1901 – Frankreich

1901

Track Was geschieht? Wann / wo?
Prolog

Adam und der Schöpfer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prolog:  Es beginnt mit zwei verwobenen Monologen:

Der „Schöpfer“ spricht: Ich bin der Schöpfer, der Schoß der Welt.  Bin aus dem eigenen Wesen erworden. Bin der einzige Herr. Bin anfangloses, höchstes Wort. Wer mich als solchen verehrt – wird erlöst. Ich bringe alle Götter ins Werden und ende ihr Wirken. Und nicht findet sich irgendwer in den Welten, der mich überragt. Nichts Gutes, nichts Böses, mein Urangesicht – jetzt.

Adams Gedanken mischen sich dazwischen: „Fragen können ein Leben dauern, viele unendliche Leben verbrauchen,  von einem unersättlich fragenden Geist, der sich durch die Existenz frisst, der die Sonne und den Himmel verschlingt wie der Fenriswolf.Das ewige Wiederholen und unaufhörliche Untersuchen der einen Frage lässt den Geist langsam sterben und dein Ich, dein Bewusstsein zerstören. Der unermessliche leere Abgrund öffnet sich vor dir, kein Halt ist mit Händen oder Füßen zu finden. Der Tod blickt dir durch die Augen auf den Grund der Seele und lässt dein Herz in Flammen aufgehen, dessen Asche vom ewigen Nichts davongeblasen wird. Dann bist du plötzlich eins mit deiner Frage, deinem Koan – und Leib und Geist und Liebe und Leben sind abgelegt. Und du wirst unfehlbar zum Urgund deiner eigenen Natur vordringen.

Am Ende sprechen „Schöpfer“ und Adam gemeinsam: Nichts Gutes, nichts Böses, mein Urangesicht – jetzt.

 

Adam schildert, was die vergangen Jahre geschehen ist. Die Suche hat ihn weit herum geführt, doch er hat sein „Urangesicht“ noch nicht erblickt. Er glaubt nur noch kurz davor entfernt zu sein.

Das „Vertiefen in das Meer seiner Geschichte“ werde ihn eines Tages zur Antwort führen auf alle Fragen dieser Welt

In seinem „Koan“ liegend wie in einem Fluss, vom Wasser des Fragens umgeben, lauscht er dem Wachsen der Frage, die ihn ausfüllt und zum Bersten bringt.

Wenn du auslöschst Sinn und Ton/Tun (?), was hörst du dann?

10-1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1901, Frankreich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adam erzählt davon, dass er Jahre auf der Flucht vor den „Schatten“, seinen Ängsten und Befürchtungen gewesen sei. Seit 15 Jahren stolperten sie nun verzweifelt auf der Suche nach Lösungen.

Er spricht von den „weißen Untieren“ in den Höhlen der Welt, den Hintergründen des schwarzen Ordens, den „verlorenen Freunden und Gefährten“, der Hoffnung auf einen unmöglichen Sieg gegen die „Herren der Welt“, die sich selbst Götter nennen.

Erschöpft und „blind“ vom Schrecken der letzten Jahre gehen sie einer unbekannten Zukunft entgegen.

Adam und Nathaniel sind bei dem Pendulum-Experiment in Frankreich. Nathaniel jedoch kann nicht dabei sein und muss auf seinem Zimmer bleiben, zu schwach ist er geworden. Nathaniel bitte Adam, bevor er geht, ihm noch einmal die schwarze Substanz abzulassen, die ihn seit 15 Jahren nur quält. Er kann sich nicht länger gegen das „schwarze“ Blut wehren und kaum noch den Tag überstehen. Adam baut eine „Pumpe“ auf und kommt dem Wunsch seines Mentors nach.  Adam erzählt davon, was in den letzten Jahren geschehen ist. Sie haben den jungen Crowley „so gut es ging“ aus den Verstrickungen mit „den anderen“ befreit, haben Reisen zu den Polen und den Meteoritenkratern in Russland unternommen. Überall mussten sie das Ritual unterziehen, bei dem mit der Pumpe das „nach Verwesung stinkende dickflüssige“ Blut ablassen mussten.

Adam gesteht, sämtliche „Verdächtigungen“ Nathaniel gegenüber überwunden zu haben, das schwarze Blut jedoch hat ihn über die Jahre von ihm entfernt. Ein Franzose kommt herein und nimmt Adam mit zur Untersuchung der Akademie. Sie waren von der französischen Regierung als Berater eingeladen worden: Ein Experiment soll durchgeführt werden, bei dem in Bergwerkschächten Bleigewichte gehängt werden, um die Erkenntnisse um den Gravitationsmittelpunkt zu unterstützen.  Adam und Nathaniel erwarten ein anderes Ergebnis, da sie das „Wissen um die Eingänge“ besitzen.  Als Adam nach dem Experiment in das Hotelzimmer zurückkehrt, erwartet ihn dort das Grauen.

10-2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1901, Frankreich, Mine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adam steigt in den Stollen hinab wie in die Tiefe Melancholie des eigenen Gemüts. Eine Beklommenheit breitet sich aus, eine Dunkelheit manifestiert sich in ihm.

Er fühlt sich „ihnen“ in der Tiefe nahe, die Erinnerungen, wie „von dunklen Winden herangeweht“, beschwören die Abgrunde seines Daseins wieder herauf. Der Blick in den Abgrund, der auch in ihn Blickt.

abstieg

Visionen und Erinnerungen: Der dunkle Bruder aus dem Schlummer gerissen (man hört Brankyah in Tibet), die Begegnung mit den feudalen Seelenverschlingern (Jacks Zitat über Menschen, die er wie „Knallerbsen“ zerplatzen lassen hat), das Speisen mit dem Oden der Lebenden (Göring über Funk), die Verderbten Riten des goldenen Dawn und des schwarzen Ordens, der Begegnung mit dem Fürsten, dem Urangesicht der alten Götter (Stimme der Beschwörung aus der Kailash-Vision: Aiwass?), Flucht vor dem Weißen in Tibet, Nathaniels Kampf mit der grotesken Wesenheit unter Bombay, das Opfer seines Vaters, das unendliche Sterben, Mimis Tod („der Tod seiner Seele“).

Das Pendulum Experiment beginnt. Adam fürchtet, dass „es“ ihn aufspüren und wittern könne. Er fürchtet, alle in Gefahr zu bringen, da er bereits die Angst spürt.

Über einer großen Öffnung der Mine hängt ein Seil mit einem Blei. 50 Fuß entfernt ist der gleiche Aufbau nocheinmal. Der Abstand der lotrecht hängenden Seile soll Aufschluss über die Erdkrümmung geben – je tiefer im Schacht, umso näher müssten die Seile zusammengehen.

Eine Vorahnung macht sich breit – oder ist es eine Erinnerung?

Adam weiß, dass das Erdinnere anders ist, als die Wissenschaftler es sich vorstellen.

Alles widerstrebt ihm, in die Tiefe, ins Dunkle abzusteigen. Dennoch zwängen sie sich abwärts über eine enge Treppe. Mit jedem Schritt abwärts nimmt der Druck auf Adams Organe zu, die Luft wird schwerer. Adam droht ohnmächtig zu werden, er kann es kaum ertragen.

Adam hört eine Stimme: Es ist Edgar Caswells Stimme, die sagt: „Ich habe dich nicht vergessen, Junge.“ Adams bekommt Visionen: Caswell spricht über William, man hört wie William über Emilys weint („tut ihr nicht weiter weh!“), William schreit auf „Ich kann es niemals schaffen, ich kann es nicht mehr ertragen!“.

Adam: „Es verhöhnte mich mit dem Verlust derjenigen, die ich über alles liebte“.

Emily schreit „lasst mich“ (oder Mimi)?

Die Caswell Stimme droht Adam: „Ich will in dich eindringen, deinen Odem nehmen“, der Druck auf Adam steigt, „ewig wirst du glücklos taumeln in der Hölle“.  Adam hat Panik, er kann nicht mehr atmen. Dann überkommt Adam etwas Größeres, Mächtigers, Beruhigendes. Adam spricht im Chor mit Nathaniel: „Im Namen der heiligen Flamme. Dieser Ort ist nicht dein Ort. Diese Zeit ist nicht deine Zeit.“ Die Worte dringen aus Adam heraus, obwohl sie nicht die seinen zu sein scheinen. Die Caswell-Kreatur scheit. „Im Angesicht der ewigen Sonne, dieses Jetzt ist dein Ende und dieser Raum dein Untergang“.

Die Worte sind Teil von Adam geworden, obwohl er sie vorher nicht kannte.

Durch die Tunnel der Ewigkeit kehrst du in die Höllensphäre zurück, aus der du gekommen bist. Flammen, reinigt diesen Augenblick!“. Dann vergeht alles in einem lodernden Inferno, die alle Angst und Pein aus Adam vergehen lässt, alles Leiden vergeht – und endet in einer Stille, einer „dröhnenden Ruhe allumfassender Abwesenheit von Sinn und Ton“. Und doch beginnt Adam etwas zu hören: Einen reinen ausgelöschten Klang aus Liebe und Licht.

Der alte Adam (!) spricht: „Wie kann man nach einem Leben voller Mühen und Qualen einem unaufhaltsamen Strom von Leiden und Entbehrungen einen Grund, einen nachhaltigen Sinn für die eigene Existenz erlangen? Mir war dieses Glück beschieden. Ich gehörte zu den wenigen, vielleicht einzigen Menschen, die in den letzten Wochen ihres Lebens alles zurückerlangten. Alle Liebe. Alle Freuden. Alles Leben.“
Dann kehrt Adam zurück. Die Wissenschaftler finden Adam ohnmächtig an der Treppe, der scheinbar in eine Gasblase geraten war. Nachdem er wieder bei  Bewusstsein ist, steigt Adam mit den Wissenschaftlern ab, um in der Tiefe in einem Schacht, von dem aus man die beiden Pendel sehen kann, auszumessen. Das Ergebnis ist unglaublich: Die Bleie sind weiter auseinander, als die oben angebrachten Seile – was anhand eines festen Erdkerns völlig unmöglich ist. Adam sieht sein Wissen und seine Erfahrungen nur bestätigt, „die Hölle zu [seinen] Füßen [ist] Gewissheit – wie dass der Tod auf das Leben folgt, auf den das Leben folgt, um wieder im Tod zu münden.“

Als ein anderer Mensch entsteigt er den Minenschächten.

10-4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1901, Frankreich, Hotelzimmer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nathaniel ist schwach in seinem Zimmer hört Schritte, er glaubt, es sei Adam – doch es ist Jack.

Nathaniel: „Ist nun die Zeit?“

Jack: „Alle Zeit der Welt ist nun – und ist natürlich nicht, das solltest du doch Wissen, Naan.“

Nathaniel erkennt, dass Jack viele von seinesgleichen mitgebracht hat – der ganze „schwarze Orden“ dringt in sein Zimmer. Aleister Crowley ist dabei und ergreift das Wort, doch Jack weißt ihn beleidigend zurecht.

Nathaniel nennt Jacks Auftreten und Ausdrucksweise „unangemessen“. Doch Jack provoziert weiter, nennt Nathaniel „fett“ und bietet m Fitnessmethoden an.

Arabella March nennt Jack „Marquis“ und bittet ihn darum, sich zurückzuhalten. Doch Jack kommt erst in Form, spricht über Arabellas Rundungen und macht anzügliche Bemerkungen zu Aleister.

Nathaniel bittet höflich darum, die Form zu wahren. Arabella bestätigt, dass die bisherigen Versuche Naan aus dem Weg zu räumen erfolglos waren. Jack bestätigt das: „Vielleicht hätten wir vorher versuchen sollen, ihn ins Leben zu zerren, den alten faltigen Sack“.

Nathaniel lässt sich nicht provozieren.

Jack spricht über die Reste eines Opfers unter seinen Fingernägel, an dessen Namen er sich beim besten Willen nicht mehr erinnert. Die Formulierung „beim besten Willen nicht“ amüsiert ihn sehr.

Arabella möchte nun beginnen, ihren „alten Freund wieder in die Heimat bei seinem Stamm zu holen“, worauf einige schon sehr ungeduldig warten. Nathaniel entgegnet, dass das nicht geschehen werde, dass ihn „nichts und niemand jemals wieder in das Zentrum zwingen“ könne.

Arabella entgegnet: „Ihr könntet den Jungen retten, ihr habt die Wahl, Naan. Die Seele des Jungen gegen eure Rückkehr. Klingt das nicht vernünftig?“.

Nathaniel lehnt ab. Jack spricht das „Kommunikationsdefizit an“, nimmt einen Füllfederhalter und sticht damit immer wieder brutal den wehrlosen Nathaniel ein, bis dieser verstummt.

Arabella weißt den Marquis zurecht: „Ihr dürft ihn nicht töten, wir brauchen ihn für die entflohenen, ihr wisst es doch!“. Jack reagiert genervt und versteht, doch findet seinen „kreativen Esprit“ nicht geschätzt. Arabella weißt ihn scharf zurecht, sie droht damit, dem Fürsten über seine Eskapaden zu berichten, als er „bettelnd über seine lächerlichen Laster und trostlosen Begierden auf dem Boden winselte wie ein Schwein vor der Schlachtbank“.

Jack verlässt beleidigt den Raum. Au revoir!

Aleister fragt unsicher, was sie jetzt tun sollen – er könne den Ritus unmöglich ohne ihn… Doch Arabella besteht darauf, dass Aleister den „Zauber“ vorbereitet, „bevor der alte Zausel wegstirbt“.

10-5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1901, Frankreich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adam betritt Nathaniels Zimmer. Das Entsetzen einer Vorahnung versetzt ihn in Panik. Es klopft an der Tür – ein Hotelpage bringt einen Brief von Nathaniel.

Adam liest mit wachsendem Entsetzen: Es ist ein Abschiedbrief.

Nathaniel kündigt an, dass es für Adam sehr schwer werden wird, Kummer und Schwere ihn niederdrücken werde. Nathaniel entschuldigt sich, und gesteht, dass er wusste, dass er Adam diese Bürde auferlegen müsse. Er weiß bereits, dass Adam die kommende Prüfung meistern wird. Er soll warten, den Schmerzen nachspüren – er wird irgendwann erkennen, dass sie sich auflösen, bis sie dem „reinen Geist der Liebe“ weichen. Die dunkelste Zeit liege vor ihm, doch er werde sicher dorthin gelangen: In das allumfassende Lichtermeer des Lebens zu seinen Kindern. Bis dahin müsse er seine Arbeit tun, sie nicht an Erfolg messen, sondern an der „Liebe, mit der sie getan“. In der höheren Welt werde die Liebe zu den Handlungen bedeutsam sein. Nathaniel nennt Adam „Sohn“, der nun sein Erbe antreten müsse. Es ist, was es immer war: Eine Verantwortung, dem einen, dem größten Abbild von uns selbst gegenüber. Last und Freude sei ihm auferlegt. Seine Liebe, die größer ist, als alle Schrecke, werden ihn immer begleiten, seinen Freund und Sohn. Er gehe nun stolz und voller Seelenfreude dorthin, wohin er nun gehen müssen. Adam solle niemals vergessen: Die Zeit ist nicht nur ein Gefäß, die Zeit ist auch der Inhalt, ein Tunnel, durch den Adam gehen müsse. Gezeichnet: Nathaniel.

Adam betritt die Schlafkammer, um zu sehen, was sie mit ihm gemacht hatten. „Dann war da nur noch… nichts.“

10-7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Epilog

 

 

 

 

 

 

 

 

Adams Epilog:

Es sollte ein schlimmes Jahr für ihn kommen und weitere schlimme Jahre folgen. Dann werde es weniger schlimm, dennoch begleite ihn der liebevolle Blick Nathaniels.

Das „Verklingen der Leiden“, das Lauschen „der Freuden“, die abschwellenden Klänge von „mühsam aufgestapelten Sinnen und Zwecken“ bestimmen Adams zukünftigen Weg – bis er „nur noch stumm und taub“ die Stille, „in die alle Chöre des Lebens münden“ schließlich zu hören vermag.

Ein Flüstern: „Wenn du auslöschst Sinn und Ton – was hörst du dann? Was. Hörst. Du. Dann?“

10-10

 

 

 

 

 

 

 

 

1901, Frankreich Todesszene Nathaniels: Er spricht davon, dass er nun „in den großen Fluss steigen“ werde, und dass er ihm nicht alles sagen konnte. Adam weint verzweifelt. 4-4b

 

1901

Opiumhöhle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Majestätische Musik. Adams Monolog: Er ist überglücklich, spürt Licht, Liebe und Frieden, seine Seele wechselt den „Aggregatzustand“, er ist völlig frei und unbeschwert. Er hebt ab. Stille überkommt ihn, er spürt die Lautlosigkeit des Todes. Sein Höhenflug „in die Ewigkeit des Vergessens“, das Leben mit den Bürden der Existenz hinter sich lassend, endet schließlich, als eine Erinnerung zurückkommt. Nathaniels Abschiedbrief wird rekapituliert – Adam fragt sich im Wechsel mit den letzten Sätzen Nathaniels, was der Grund für sein weiteres Handeln sein soll. Er fragt sich nach Wert und Sinn des flüchtigen Lebens, er ist völlig resigniert. Das „aufgetürmte Leid“ beginnt zu wanken, erster Schmerz löst sich – und darunter bricht die Verzweiflung hervor. Die Gewissheit seines Verlust „an die schäumenden Gezeiten von Tod und Leben“ begräbt sein Bewusstsein unter Zweifel an seiner Existenz. Die Gewissheit allen Vergehens und Sterbens lähmt ihn, er weiß nicht, wie er weitermachen soll – die Niedergeschlagenheit seiner Seele ist zu stark. Der zentrale Satz „Die Zeit ist auch der Inhalt“ fällt abschließend im Brief, Adam verzweifelt: „Nathaniel – warum hast du mich verlassen?“ CD 11 – Track 3, 4, 5, 6

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 1901

Opiumhöhle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adam Salton liegt in einer Opiumhöhle. Jemand, der ihn schon länger sucht, entdeckt ihn im Drogenrausch auf seiner Pritsche und möchte ihn herausholen.

opium_smoking_1874

In der Drogenhöhle liegen viele Männer, die seit Wochen wie er dort liegen und rauchen. Er schildert die Rauchzeremonie, die jetzt das Zentrum seines Lebens darstellt und beschreibt den „Respekt“, den man im Rausch gegenseitig teilt. Er selbst hat den respektablen Ruf als „sehr großer Raucher“ erworben. Genau schildert er, wie das Zusammenspiel des Opiums und der Bambuspfeife funktioniert, auf den der behagliche Zustand folgt. Adam entrückt und fällt danach in narkotischen Schlaf. Mit jedem Erwachen kommt der Kater und der Wunsch nach der nächsten Pfeife. Auch der Rausch kann den Schmerz über den Verlust seines „Freundes, Mentors und Vaters“ nicht betäuben. „Nathaniel – warum hast du mich verlassen?opium_pipe

CD 11 – Track 19, 20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Fan-Blog zur schwarzromantischen Mysteryserie "Die schwarze Sonne" von Günter Merlau

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