Folge 19 -Adam Kadmon

Adam Salton – In seinem Koan

CD/Track:  CD 19 /Track 1-4 Jahr/Ort:   Meta
Inhalt: 

Adam schwimmt einsam im „Fluss des Koans“. Sein Sein – außer seine Gedanken (Nase und Mund) – sind im Wasser des Koans eingeschlossen (Koan = der Vernunft unzugänglich, also Gedanken außerhalb des Wassers). Adam untersucht sein ‚Koan‘, sein Wesen – wie ein Abgrund, der sich vor Adam öffnet.

Adam wird eins mit seinem Koan: Leib und Geist sind abgelegt, Adam erreicht die reine ‚Anschauung‘ seines eigenen Wesens („dem Tod ins Auge blickend“). Er gelangt zum „Urgrund der eigenen Natur“. Was findet er da? Sein Bewusstsein, „leuchtend und rein“, als Bestandteil des „Strahlungskörpers, der weder Geburt, noch Tod kennt“: „Das ewige Licht, das unendliche Nichts“. Also: In seinem innersten Wesen, unabhängig von allen Gedanken und Sinnen, findet er: Das strahlende Nichts. (Stille der Musik)

Zitat von früher: „Wenn du auslöschst Sinn und Ton, was hörst du dann“?

Nathaniel antwortet: Das Licht ist die Herrlichkeit des Herrn. Der Kern des Koans (der auch der Kern Adams ist) ist nicht ein gewöhnliches ‚Nichts‘, es wird nicht nach einem ‚gewöhnlichen‘ Ton gefragt, der bleibt, sondern nach einem Ton jenseits des Gewöhnlichen, jenseits aller Musik. Das Nichts ist also kein Nichts, der Ton ist kein Ton, aber trotzdem Grundlage aller Musik. Dieser ‚Urton‘ ist das Ur-Rauschen, so Nathaniel, „des Urflusses, der durch die Welt strömt, der die Welt ist“. Also: Wenn man alles auslöscht, findet man das ‚Nichts‘, das die Welt ist. Klingt paradox, aber vielleicht: Man findet die Form der Welt, ohne Inhalt, die gewissermaßen die Welt ist. Mit der Metapher: Das „Tonhafte“, das selbst kein Ton, aber Bedingung der Möglichkeit von Musik ist: Das Nada als „Tosen der Welt“. Das hört man erst, wenn man alles andere – den „Ton der Glocke beim Erklingen“ – zum Schweigen bringt. Mit andere Worten: Man sieht erst das eigene Wesen / Wesen der Welt / Urton, wenn man vom ganzen Inhaltlichen abstrahiert (im Koan tut man das ja) und reines Sein als reine Form der Dinge erblickt.

Adam hört am Ende den „Ton der Glocke“ wirklich und wird „eins mit dem Klang der Glocke“, also eins mit dem Nada, denn das Wesen Adams / der Musik / der Welt ist am Ende alles eins, alles hat die gleiche ‚Form‘ (?). Und Adam bringt die Glocke zum Stillstand – und „Stille wart“, als „großes Instrument der Leere“.

Beobachtungen und Fragen: 

  • Ähnlich wie in Folge 10: Erneut das Rätsel des Koan: „Dann bist du plötzlich eins mit deiner Frage, deinem Koan. Und Leib und Geist und Liebe und Leben sind abgelegt. Und du wirst unfehlbar zum Urgrund deiner eigenen  Natur vordringen. Nichts Gutes, nichts Böses – mein Urangesicht. Jetzt.“
  • Diesmal mit Wassermetapher (umflossen, nur Mund und Nase ragen heraus, dass die Gedanken atmen können). Im Fluss (des Lebens) treibend (auch Referenz an alten Adam: Er „legt seine alten Kleider ab und steigt in den ewigen Strom“)
  •  Koan ist Abgrund für Adam / Geist stirbt, Ich-Bewusstsein wird zerstört/ kein Halt / dem Tod ins Auge blickend und das eigene Herz in Flammen aufgehen sehen.  WARUM?
  • Das ist der unzersplitterte Adam? Wissen um „Splitter“ = Interpretationshilfe
  • Nathaniel spricht mit Adam (wieder im „off“): „Mache dich auf, werde Licht“
  •  „Der Ton, nach dem dieses Koan fragt, ist ein Ton jenseits von Sinn und Ton“. – Was übrig bleibt, ist ein Ton von jenseits alles Törne, das Nada, das Urrauschen, das Urdgedröhn des Urflusses, der durch die Welt strömt, der die Welt ist.“  Also: Der Ton ist die Welt.
  • Nathaniels „Auftrag“: Bringe diesen Glockenklang während seines Erklingens zum Stillstand. Dann wirst du wirklich Hören. Lerne, das Nada, das Tosen der Welt zu hören“.
  •  Adam hört eine Glocke (eher ein dröhnendes Geräusch) – und wird zum Klang. Adam wird Glocke. Adam bringt Glocke zum Stillstand.  „Und Stille ward. Das große Instrument der Leere, in das alle Chöre des Lebens münden“.
  • ·         Poetischer und rätselhafter Track. Ist es eine Metapher für Adams Geschichte?

 

Adam Salton in Ägypten (ca 1904)

CD/Track:  CD 19 /Track 4-8 Jahr/Ort:  Kairo, Ägypten
 Inhalt: 

Adam Salton erreicht Kairo mit der Bahn und ist fasziniert von der Altertümlichkeit und dem geheimnisvollen Charme der antiken Stadt in der Abenddämmerung. Am Hauptbahnhof weist Durgnion ihn darauf hin, dass sie für ihre weitere Reise ein anderes (prosaischeres) Gefährt nutzen werden müssen. Mit einer „Untergrundbahn“ fahren sie zu einem öffentlichen Platz, der von elektrischem Licht „hoher Gebäude“ erhellt wird. Dort wiederum steigen sie in ein Taxi um,  das durch „breite Straßen jagt“ und sie zum Shepheards, einem Hotel, bringt. Durgnion (der Architekt des Museums) wünscht Adam eine gute Nacht und kündigt an, dass sie sich morgen an der alten Moschee mit dem Ungarn „Eric Weis“ treffen werden (was Adam veranlasst hat).

Adam findet nachts keine Ruhe. Ein Konglomerat aus vergangenen und zukünftigen Geschehnissen ergießt sich über ihn, ein Flickenteppich aus Zeit. Zitat: „Ein Kaleidoskop eines viel zu langen, viel zu kurzen, viel zu großen Lebens“.

Erschöpft wacht Adam auf. Durgnion und ihr Führer Abdul erwarten Adam und führen ihn durch die Altstadt Kairos. Adam fabuliert über die inspirierende und nahezu magisch anmutende Wirkung, die die fremde Stadt und Kultur auf ihn hat.  Er ist überwältigt von den verschiedenen Sinneseindrücken, romantisiert das Geschehen.

Abdul führt sie zur alten Moschee Hassans, und in die Nähe der Zitadelle von Saladin. Abdul erwähnt die riesige Kuppel des neuen Museums, indem auch schon Crowley sein Unwesen getrieben hat (Stele).
„Wie aus dem Nichts“ erscheint Ms. Weis/Houdini. Adam ist der Freund eines alten Freundes von Houdini (wahrscheinlich Nathanal/Salacar).

Die Stimmung wandelt sich plötzlich. Adam wird nachdenklich beim Blick auf den Horizont und kommt ins Schwelgen und philosophieren. Die archaische Impression, die die uralten Bauwerke auf ihn haben, gemahnen ihn an längst vergangene Zeiten, an die „tieferen Geheimnisse den uranfänglichen Ägyptens“, „das schwarze Khem Von Re und von Amun, von Isis und Osiris“

Endlich, so hofft er, kann Adam seinen Freund „aus den Klauen des Lebens befreien“.

Beobachtungen und Fragen: 

  •  Das Shepheard Hotel war ein Hotel in Kairo, das seit dem 19. Jahrhundert existierte und während des Kairoer Großbrandes 1952 zerstört wurde.
  •  Es genoss den Ruf, das beste Hotel in Ägypten zu sein, was allerdings Mark Twain nicht vor dem Urteil zurückschrecken ließ, dass es das zweitschlechteste auf der ganzen Welt sei.
  •  Inwiefern kann Houdini helfen?
  • Tolle Insenzierung diesmal (Straßenkulisse, Instrumente). Marcel Dourgnon, der Kurator des Museums, empfängt Adam, – wie zuvor Crowley und Arabella! Die Eindrücke erinnern Adam wie ein Kaleidoskop an sein „viel zu Langes“, „viel zu Großes“, viel zu kurzes Leben.  Nacht im Hotel, dann Kairo wie aus dem Märchenbuch.
  • Die letzte Passage ist ein Auszug aus einem Lovecraft Text: „Gefangener der Pharaonen“.
  • Re (auch Ra) ist der altägyptische Sonnengott. Das heißt, die Sonne ist selbst Gott und daher nicht von einem göttlichen Wesen geschaffen. Er kann bis in die späten Perioden als wohl wichtigster altägyptischer Gott bezeichnet werden, denn durch das Wirken seiner Kraft (der Sonne) ermöglichte er überhaupt erst das Leben auf der Erde und ließ es fortbestehen. Sein Name bedeutet im Ägyptischen schlicht „Sonne“.

 

William Salton in Derbyshire (ca 1864) – Begegnung William + Sarah

CD/Track:  CD 19 /Track 9-12 Jahr/Ort:  Australien
 Inhalt:  Derbyshire, nach Adams Geburt und vor der Abreise nach Australien.  Eine junge Frau spricht William an – sie stellt sich als neues Kindermädchen names Sarah vor, das Williams Frau Fiona eingestellt habe.

Die Stimme lässt schnell erkennen: Es ist Sarah Salton von Aware.Sarah bewundert den jungen Adam: Sie hält den Namen für sehr passend (wegen des Apfels). Auf Williams Fragen zu ihrer Berufserfahrung und Herkunft weicht sie (ungeschickt) aus. Sie behauptet, lange in der Schweiz bei einer Familie „Salacar“ gewesen zu sein.

William wundert sich: Sarah weiß viel Vertrauliches, wie die Abreisepläne nach Australien. Sarah nimmt schließlich Adam mit, um ihn zu versorgen. Abschließend betont sie: „Wir sind alle sehr stolz auf sie, Mr. Salton“. William versteht nicht, was sie damit meint. Sarah liefert ausweichende banale Erklärungen, doch sie sagt: „Mein Vater ist sehr dankbar, Mr. Salton“

Im Gehen bietet Sarah Untersützung an bei „Problemen, die man niemandem anvertrauen kann“. William ist verwundert. Sarah begründet es damit, dass ihre Familie den Saltons „sehr verbunden“ sei.

Beobachtungen und Fragen: 

  •   „Wir sind alle sehr stolz auf sie, Mr. Salton“. William versteht nicht, was sie damit meint. Sarah liefert ausweichende banale Erklärungen, doch sie sagt: „Mein Vater ist sehr dankbar, Mr. Salton“. Wir wissen: Sarahs Vater ist Adam, Williams Sohn.
  • Was macht sie denn da bei William in dieser Zeit?
  • War Sarah wirklich vorher bei Familie Salacar oder ist es eine erfundene Geschichte?
  • Und neue Frage: Was passiert mit Sarah? Wohin verschwindet sie? Später ist sie ja nicht mehr da…

Adam Salton in Australien (nach 1872) – Aufbruch nach Alice Springs  

CD/Track:

CD 19 /Track 12 (Mitte)- 16 (Mitte)

Jahr/Ort:  Australien
 Inhalt: 

Es geht um den Tod Fionas als Resignation vor dem Leben und Ergebnis eines langen Prozesses des (seelischen) Sterbens seit dem Verschwinden (Tod?) von William. Sie distanziert sich seitdem immer mehr von Adam und gibt ihm (heimlich) die Schuld am Tod/Verschwinden von William.

Adam kommt zurück von einem „Spaziergang in der Wüste“ und wird von Fiona vorwurfsvoll angefahren – eine Kulmination aller verdrängter Emotionen. Adam soll neue Vorräte aus „Alice“ besorgen. Als er gehen will, fragt Fiona nach den Geschehnissen des verhängnisvollen Tages, an dem William verschwand. Adam kann sich an nichts ab dem Schlangenbiss erinnern. Fiona ist ungeduldig, gereizt und verzweifelt, dass Adam ihr nichts sagen kann und sie William nicht Lebewohl sagen konnte. Sie käme besser damit zurecht, wenn sie über die Todesumstände wüsste – Adam tut es ehrlich leid, ihr nicht helfen zu können. Sie winkt ab – er könne nichts dafür. Aber beide wissen, dass dem wahrscheinlich nicht so ist.

Adam fährt am frühen Abend los, um der dröhnenden Hitze des Tages zu entkommen. Mittags am nächsten Tag will er dann in entsprechenden Baracken rasten. Auf der Reise in der Nacht erinnert sich Adam an die Erzählungen von William über seine ersten Abenteuer in Australien: Er versuchte sich als Goldsucher (Exkurs zum Goldrausch in Australien) und fand offenbar tatsächlich Einiges, denn William konnte die Farm und das Leben seiner Familie finanzieren. Dann fing er beim Landvermessungsamt an – was niemand verstand, denn er hatte ja (mit der Farm) eigentlich alles, was er für seinen Lebensunterhalt brauchte. Darüber gab es auch oft Diskussion zwischen Fiona und William.

Beobachtungen und Fragen: 

  •  Offenbar gibt es keine Leiche von William. Er ist verschwunden; nicht klar, dass er gestorben ist.

William in Australien (1871) – Gespräch mit Fiona und Gespräch mit „Salacar“

CD/Track:

CD 19 /Track16 (Mitte) – Track 21 (Mitte)

Jahr/Ort:  Australien
Inhalt:   William und Fiona leben bereits auf ihrer Farm in Australien. Nachdem William ein Jahr lang Goldsucher war, möchte er jetzt, zum völligen Unverständnis Fionas, Landvermesser werden. Sie streiten sich über die Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung und Williams Motivation. Er nennt seine wahren Gründe nicht/nur schleierhaft „Es gibt etwas, das ich finden muss“. Solange William reist, wird ein „Hilfsarbeiter“ Fiona unterstützen.  „Es gibt Dinge, die ein Mann tun muss. Man kann sich vor bestimmten Dingen nicht verstecken.“ William wirkt in die Ecke gedrängt, geladen, unter großer Anspannung. Fiona ist seit der Nacht, in der William aus Arabellas Pandämonium zurückgekehrt ist, nicht mehr glücklich. Sie kennt die Wahrheit über den Ort nicht.

Plötzlich hören sie den Hund bellen und die Pferde wiehern. William will nachsehen – und findet einen älteren Herren auf einer Kutsche vor. Es ist Nathanael/Salacar, der sein Pferd gemeinerweise Emily genannt hat. Er scheint darüber Bescheid zu wissen, welch Schmerz er William damit zufügt. Der junge Adam sieht „Jonathanael“ am nächsten Morgen davonfahren.

Beobachtungen und Fragen: 

  • Was sucht William Landvermesser? Einen Eingang, um diesen verschließen zu können?
  • Was ist der Sinn von Nathaniels Besuch? Was will er? Was machen sie in der Nacht?
  •  Warum nennt Salacar sein Pferd „Emily“ – welchen Grund hat er? Einfach, um William zu ärgern? Kennt er die Geschehnisse, die William bei Arabella erlebt hat, war er vielleicht sogar dabei?
  • Er übernachtet auf der Salton Farm, will aber nicht auf Adam treffen.
  • Referenz in Folge 2 – da wird diesesTreffen bereits erwähnt (Folge2/Track: 2-13)

 

Adam Salton in Australien (nach 1872) – Begegnung mit „Bartholomäus“

CD/Track:

CD 19 Track 21 (Mitte) – 29 (Ende)

Jahr/Ort:  Australien
 Inhalt: 

Adam ist auf dem Weg durch das Outback nach Alice Springs – ein See, den sein Vater entdeckt und benannt hat (historisch tatsächlich zunächst als „Quelle“ entdeckt und nach Alice Todd benannt, wie Adam hier erzählt. Der Entdecker hieß historisch tatsächlich William, das ist gut recherchiert und zusammenkombiniert / William Whitfield Mills). Adam soll in Alice Springs neue Vorräte besorgen. Im Outback fährt er an Unterständen gegen die Sonne vorbei. Da trifft er auf einen Mann, der sich als Bartholomäus vorstellt. Die Stimme verrät uns: Es ist Direktor Bayam. Er langweilt sich in der Glut und Einsamkeit der Einöde.

Im Folgenden halten die beiden Smalltalk, z.B. über über die Landschaft, einen Krater oder eine Legende der Ureinwohner, entscheidend sind jedoch die Andeutungen, die das Gespräch dominieren.

Die Wortwahl (Teufel, Hölle) bringt etwas in Adam zum Erklingen.

[Die beiden unterhalten sich über den Gossy Bluff Krater, der durch einen Meteoriteneinschlag entstanden ist und die Landschaft geprägt hat.

Als Adam fragt, was Bartholomäus in die Gegend treibe, antwortet dieser, er sei „Strafversetzt“ und in „Ungnade gefallen“, daher müsse er für seinen Boss die Aufträge an diesem Ort erledigen. Er klagt darüber, dass er seine Zeit nur an „trostlosen Plätzen“ verbringe und davon zu viele in aller Welt kenne.

Exkurs zu einer Anangu Legende: Dort soll es eine große Wohnstätte der Ureinwohner gegeben haben. Ein Jäger hätte den dortigen Stamm aber eines Abends tot aufgefunden. Für die Tat wäre nur der „Karteishamann“ in Frage gekommen. Der Jäger tötete diesen daraufhin. Seitdem dürfe niemand mehr dort übernachten oder siedeln, damit der Geist des „Karteishamannes“ nicht wiedererwache.

Adam glaubt Bartholomäus zu erkennen, kann ihn jedoch nicht zuordnen. Bayam antwortet: „Vielleicht an einem anderen Ort… oder einer anderen Zeit?“

Auf die Frage nach dem Ziel des Fremden antwortet dieser: Ein Weg. Ist der Weg das Ziel? Adam versteht nicht, doch der Fremde mutmaßt, dass gerade Adam Erfahrungen mit so etwas haben müsse. Die Wüste sei ein Ort der Stille und der Leere. Adam mache typischerweise ausgedehnte Spaziergänge „in diesem Nichts“. Gerade Adam müsste sich damit auskennen, behauptet Bartholomäus, er sei doch Adam, der erste Mensch. Er wolle weiter mit ihm philosophieren , er habe „so lange darauf gewartet“.

Irgendetwas beängstigt Adam, obwohl er den Mann sympathisch findet. Er hört einen Ton, wie ein Alarmgeräusch. Bartholomäus fragt nach Adams Herkunft, sie sprechen über Derbyshire und Väter, die beide früh verloren haben / Bartholomäus wurde von ihm in die Wüste geschickt, er sei ein Weltenbummler seit dem. Er biete Freiheit und Selbstbestimmung an und sei Jurist und Ankläger, da er für die Gerechtigkeit arbeite. Er sei nun auf dem Weg zu einem Klienten.

Adam wird müde und schläft ein.

Beobachtungen und Fragen: 

  • Bartholomäus: Das ist die Stimme vom Museumsdirektor Bayram!  Sicher ein „Lemur“ aus der Zukunft – wurde er hier her geschickt, weil er in Kairo versagt hat? Oder in der Zukunft? Was will er von Adam, was soll das Gespräch? Er hat ja ‚auf ihn gewartet‘…
  •  Adam sucht nach Lebenszeichen seines Vaters – heißt, er vermutet, dass er noch lebt?
  •  Schön: Metaphern mit Musik die ganze Zeit (Erwähnung schlägt Saite in Adam an, Begriff „Hölle“ tönt in ihm wieder, „Alarmsignal“ ertönt, Warnton wie ein schrilles Schreien)
  • Bartholomäus versucht der Gerechtigkeit beizukommen – was meint er? Dass er wieder zurück in die Zukunft kommt?  Ist Bartholomäus wirklich auf dem Weg zu einem „Klienten“ mit einem Angebot? Wenn ja, zu wem und welches Angebot?
  •  Viele religiöse Referenzen/Anspielungen:
    •  „Man rechnet mit anderen Teufeln in dieser Einöde“ ( Begegnung mit dem Teufel in der Wüste?)
    • „Die Sonne brennt wie die Hölle“
    • Bartholomäus spricht über Mütter und Frauen und deren Kontakt– und Austauschdrang, der durch die Vertreibung aus dem Paradies ausgelöst worden sei. Oder war es eher „ein Hervorkriechen aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes? Oder ein Aufstieg zum Gipfel, ein Höhenflug?“
    • „Ich verstecke mich vor den Blicken des Allmächtigen“ (im Schatten)
  •  „Die Abwesenheit vergegenwärtigt uns die Fülle, das ist ein altes Prinzip, dass das eine im anderen geboren wird, wie es im Yin und Yang Zeichen offenbart wird“ – Chinesische Philosophie – Gegensätze, Werden und Vergehen. Yin und Yang bezeichnen „Gegensätze“ in ihrer wechselseitigen Bezogenheit als eine Gesamtheit, einen ewigen Kreislauf. Daher können sie zur Erklärung von Wandlungsvorgängen und Prozessen und zur Darstellung der gegenseitigen Begrenzung und Wiederkehr von Dingen benutzt werden.
  •   Yin und Yang können nicht gleichzeitig ansteigen oder absinken. Wenn Yang sich vergrößert, verringert sich Yin und umgekehrt. Werden + Vergehen.
 

Brief von Jules Verne an seine Frau Honorine (1863)

CD/Track:  CD 19 / Track  30 -33 (Mitte) Jahr/Ort:  Auf dem Weg zur Gefängnisinsel  St. Laurent
 Inhalt: 

Verne und Nathaniel sind auf großer Fahrt. Verne bezeichnet das Vorhaben als „Abenteuer“, sie befinden sich gerade auf einem Schiff (kurzer Exkurs dazu). Er versichert, dass er heil zurückkommen wird. Auf dem Weg sollen sie einige Daten (Windgeschwindigkeit, Temperatur, Strömungen usw.) ermitteln und weitergeben, sodass global (von Deutschen angeleitet) entsprechende Informationen gesammelt und miteinander geteilt werden können. Sie sind auf dem Weg auf die Gefängnisinsel St. Laurent (kurzer Exkurs dazu: Zustrom an Strafgefangenen usw.), auf die (bald) jeder kommen soll, der mehr als drei Straftaten beging, um einige Haftzeit dort zu verbringen und anschließend als Siedler das Land (franz. Guayana) zu besiedeln. Nathaniel und Verne halten das für keine gute Idee: Wer in der Gesellschaft nicht ohne Kriminalität auskomme, wäre wohl kaum in der Lage, sich am Rande der Gesellschaft in einer Ödnis zu einer funktionierenden Gesellschaft zu entwickeln. Verne schickt seiner Familie die besten Wünsche.

Beobachtungen und Fragen:

  • Hoffentlich bleibt dieser interessante Handlungsstrang nicht in der Briefform…
  •  Was wollen die, warum und wohin?
  • Gefängnisinsel vor St. Laurent / Strafkolonie vor der Küste Französisch-Guayanas = „Île du Diable“)

Jonathan Salacar und Adam Salton (geschätzt vor 2026, Zukunft, Institut bei Salacar)

CD/Track:  CD 19 /Track 33-39 Jahr/Ort:  2026, Institut
Inhalt: 

Eine Art Therapie-Sitzung. Salacar befragt Adam zunächst nach seinen „Gedanken“ und „Gefühlen“. Adam beschreibt Salacar als Vater, als Beschützer. Er spricht Salacar an, meint aber eigentlich den Nathanael, den er kannte. „Sie haben es gewusst, die ganze Zeit“ – Wer? Salacar, den er zuvor geduzt hat? Oder jemand anderes? Und was hat er gewusst?

Salacar fragt nach Adams Vater. Adam beschreibt ihn als tapfer und willensstark. Er hat das Geheimnis der Saltons stets für sich behalten, zum Wohl seiner Familie.

Salacar fragt weiter nach Adams Verhältnis zu seinem Vater. Es wirkt, als wisse er eigentlich schon, worauf das Gespräch hinaus laufen wird, stellt allerdings „unschuldige Fragen“.  Adam rekapituliert, dass sein Vater ihn „zu sich genommen hat“, er scheint zu wissen, dass er eigentlich Emilys Kind ist. Salacar ist offenbar „überrascht“ über die Information, dass Adam eine Schwester hatte.

Adam beschreibt Emily als „den Ursprung“, als metaphysische „Mutter“. Adam glaubt, dass Fiona ihn nie wirklich geliebt hat. Adam rekapituliert die Geschehnisse im Pandämonium. „Sie war in das Rad geflochten. Das Räderwerk.“ Sie haben Emiliy für Adams AUFERSTEHUNG (!!) geopfert. Adam sieht sich als Leben, das aus Emilys Tod entstanden ist, und möchte, oszilierend, aus ihrem Leben in den Tod eindringen. Dann erwähnt Adam den Weißen.

Salacar ist völlig überfordert und verwirrt und versucht, schlechte Deutungen von Adams kryptischen Äußerungen anzustellen.

Zitat: Der Weiße bricht sich im Prisma der Seele, in allen Regenbogenfarben, und erschafft die Welt.

Salacar: „Sind sie der Weiße?“

Adam: „Sie haben immer versucht, mich zu beschützen…“ Adam scheint neben sich zu sein. Er glaubt, mit Nathanael zu sprechen und sagt, dass sein Vater „bei ihnen“ sei.

Salacar stellt weitere Fragen, die Adam ignoriert. Schließlich ruft er nach Nathanael. Salacar antwortet darauf mit: „Ja, Adam?“. Er übernimmt die Rolle. Adam fragt ihn, wieso er ihn verlassen habe. Nathanael antwortet, dass er immer bei ihm gewesen sei.

Beobachtungen und Fragen: 

  •  Ist das Adam Quadmon? Erinnert sich Adam hier an seine Vergangenheit mit Nathaniel und erzählt Salacar davon?
  • Adam erzählt von seinem Vater – von William offenbar. Wie kann das sein, im Jahr 2026? Bricht hier immer wieder der „alte“ Adam durch? Sickereffekt? Adam wurde (auch hier) in Derbyshire geboren und erzählt auch sonst erstmal von den Geschehnissen in der Vergangenheit. Ist offenbar der Adam – ist er es? Erzählt von Emily als Mutter.
  •  Salacar versteht offenbar nicht ganz die Geschichte – das spielt sicher bevor er zu Nathaniel wurde. Es ist seltsam, dass er so versteht.
  •  Adam nennt ihn am Ende Nathaniel – und behauptet, William wäre bei ihm. Was meint er? Was heißt das? William ist in der Zukunft? Oder Salakar ist William als Vater? Wird Salacar hier zu Nathaniel? Ist das nicht mehr Salacar? Da hilft nur: Einatmen, ausatmen. Wie im Koan am Anfang…