Folge 20 – Gefangener No.7

Das Mysterium Heß

Folge/Track:   20 /1-4 Jahr/Ort:   Kriegsverbrechergefängnis Spandau, 50er Jahre (Berlin)
Inhalt: 

Karl (Dönitz) und Erich (Raeder) buddeln in der Erde und unterhalten sich, beiläufig, über das Schicksal eines Verräters (Rudolf Hess). Sie halten ihn für hypochond und scheinen sich uneinig darüber, ob er die „Sprünge“ wirklich durchgeführt habe. Karl glaubt, dass die Russen hinter Hess‘ Verschwinden stecken, Erich hält die Sprünge für wahrscheinlicher. Hess selbst habe behauptet, nicht „vollständig zurückgekehrt zu sein“. Etliche Millionen seien in das Projekt geflossen.

Neurath, Außenminister und Reichsprotektor Böhmen und Mähren, „halte es nicht mehr aus“. Karl hält nichts von ihm; Er glaubt, er sei ein „verwöhnter Diplomatensohn“, obwohl er von Hindenburg als Minister vorgeschlagen wurde. Erich ist immer genervter von Karl, und möchte „einfach seine Tomaten pflanzen“. Nächsten Monat seien wieder die Russen dran – Die Haftbedingungen werden damit wohl schlechter. Erich kritisiert, dass Karl alles und jeden hasse, ihn selbst inklusive, obwohl er sein Nachfolger war.

Albert Speer wolle seine Memoiren schreiben – Auch das geht Karl gegen den Strich. Zwar werde Speer verboten, Dinge niederzuschreiben, allerdings findet er Wege, es dennoch zu tun (Er schreibt auf Toilettenpapier und schmuggelt es hinaus). Gespräche unter den Gefangenen, Zeitungen, das Schreiben von Tagebüchern und Memoiren waren verboten.

Vor dem Gefängnis steht ein „andächtig aussehender“ Mann. Miguell Serano à Dessen These: Hitler Sei nicht tot, sondern im Kälteschlaf. 1947 und 1948 ist Serrano er in die Antarktis gereist, um dort Hitler zu finden; Dort scheint zwar nicht wirklich der Cyro-Hitler zu liegen, allerdings erwidert Karl: „Woher weiß er, dass…“ und bestätigt damit wahrscheinlich die geheime Basis am Knotenpunkt.

Beobachtungen und Fragen: 

  • Who is who:

Karl Dönitz: Großadmiral, letzter Reichspräsident, Oberbefehlshaber der Marine
Erich Raeder: Großadmiral, Oberbfehlshaber der Kriegsmarine bis Januar 1943
Konstatin Freiherr von Neurath: Reichsaußenminister von 1932 bis 1938, Reichsprotektor in Böhmen und Mähren von 1939 bis 1941
Albert Speer: Reichsminister für Bewaffnung und Munition und Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt

  • Spandau: Die Alliierten haben das Gefängnis im monatlichen Wechsel verwaltet. Erst das vereinigte Königreich, dann Frankreich, dann die Sowjetunion, dann die USA.
  • Super lustig, wie Karl konstant versucht, nationalsozialistische Bemerkungen und Platitüden von sich zu geben, und Erich immer wieder auf die Gartenarbeit verweist. „Jeder Stoß ein Franzos!“ „Pflanz endlich deine Bohnen!“

 

Der junge Heß in Kairo

Folge/Track:   20 / 5-12 Jahr/Ort:   Alexandria, Haus der Familie Heß, 1904
 Inhalt:      

  •  Monsieur Dourgnon – der zuvor das Ehepaar Crowley schon durch das ägyptische Museum geführt hat – trifft Adam.
  • Dourgon berichtet von seinem zuvorigen Treffen mit Crowley und dessen überirdisch schöner Frau (wir wissen: Hier spielt ja Arabella seine Gattin, Crowleys Frau Rose ist eine Gefangene).
  • Beide werden im Haus der Kaufmannsfamilie Heß empfangen und sprechen mit dem autoritären Vater Fritz Heß und seinem zehnjährigen Sohn – Rudolf.
  •  Sie bestellen bei Heß Waren und Hilfsarbeiter zu einer „kleinen Expedition“ zu den Pyramiden, wo eine heimliche Ausgrabung stattfinden soll.
  •  Sie besprechen, dass Adams Vorhaben die Kolonialmacht „in Aufregung versetzen“ könnte und sie deshalb die Hilfe von Heß bräuchten. Es sei eine „sensible Bergungsarbeit“, die den Unmut von Archäologen auf sich ziehen könnte. Sie wollen einen Eingang zu einer geheimen Kammer in der großen Cheopspyramide freilegen! Das ist allerdings für Heß kein Problem.
  • Das Gespräch wird vom jungen Rudolf unterbrochen. Im Gegensatz zu Vater Heß wendet sich Adam verständnisvoll dem Jungen und schenkt ihm einen kleinen Talisman, das Symbol der schwarzen Sonne.
Beobachtungen und Fragen:   

  • Spielt das vor dem Track aus der 19? Offenbar: In der 19 sind er und Dourgnon in Kairo bereits unterwegs – raus aus der Stadt zu Houdini. In Folge 20 treffen beide scheinbar seit drei Jahren das erste Mal zusammen. Also zeitlich müsste es so sein: Erstes Treffen in Alexandria (evtl. Boot?) – dann mit dem Zug nach Kairo, wo die Crowleys im Museum warten. Außerdem sind in Kairo die Pyramiden, die das Ziel der Reise sind.
  •  Interessant: Dourgnon war der Wissenschaftler beim Pendulum Experiment!
  •  Bestätigung: Nathaniel ist nicht tot ist: Es heißt, er sei „verschleppt“ und verstümmelt.
  • Das Symbol der schwarzen Sonne wird erstmals erklärt: „Was ist das für ein Zeichen? Eine Sonne, die im Verborgenen leuchtet. Sie soll daran erinnern, dass vieles nicht sofort und offenkundig sichtbar ist, sich manche Größe in der Tiefe verbirgt“. Ist das an die Hörer gerichtet?
  • Hinweis: Die Sonne ist hier (noch) kein Nazisymbol, Swastika (s. Index). Interessant: Adam betont bei seiner Erklärung, das Symbol sei ein Zeichen der INKAS aus Südamerika! Eine Swastika (Wort aus Sanskrit ‚Glücksbringer‘) ist ein Kreuz mit vier etwa gleich langen, einheitlich abgewinkelten Armen. Von den Nazis in als Zeichen der Arier missbraucht und jetzt „beschmutzt“. Im Altnordischen = Sonnenrad. Krass, dass überall auf der Welt uralte ähnliche Symbole sind…
  •  Adam sucht nach einer geheimen Kammer in der Cheops-Pyramide. ABER EIGENTLICH SUCHT ER NATHANIEL. Was ist der Zusammenhang?
  • Nathaniel ist schon DREI JAHRE VERSTÜMMELT UND VERSCHLEPPT. So lang???

 

Mit Jules Verne nach Südamerika

Folge/Track:   20 / 13-19 Jahr/Ort:   Ile du Salut à Inseln des Heils in Französisch-Guayana.
 Inhalt:    Jules Verne schreibt einen Brief an seine Frau Honorine. Er ist mit Nathanael auf Reisen und unterwegs auf die Iles des Salut, die für die deportierten Gefangenen die Inseln der „Verdammnis“ sind. Sie unterhalten sich mit dem ersten Offizier. Auch dieser bezeichnet den Ort als „Ort des Schreckens“, von der es keine Wiederkehr gibt. Es ist eine große Ausnahme, dass Nathanel und Jules den Ort verlassen dürfen. Nathanael antwortet: „Ein Privileg, das mir schon des öfteren zuteil wurde.“ Die Gefangenen und Zwangsarbeiter sterben an tropischen Krankheiten oder Feindschaften innerhalb des Gefängnisses selbst. Jules Verne hält die Gefängnisinseln für eine Schande für Frankreich, da diese den französischen Werten der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit widersprechen.

Nathanael und Verne sind mit dem Kommandanten der Kolonie, Jean Andoche Junot, verabredet. Nathanael erwähnt, dass er ihn nicht persönlich kenne, aber sie „eine persönliche Sache“ verbinde. Auf die Frage, was genau das sei, antwortet Nathanael nicht (er behandelt Verne allgemein so wie Adam).

Nachdem sie sich in einem Gasthaus ausgeruht, machen sie sich auf den Weg zur Villa des Kommandanten. Sie folgen einer Straße, die sie durch den Dschungel hindurch, und schließlich eine Treppe hinauf führt. Von dort können sie unter anderem das Strafgebäude sehen, mitsamt dessen Zellen und Käfigen. Pro Saal sind 200 Häftlinge, zusammengepfercht und ausgemergelt, untergebracht.

Schließlich taucht Junot auf. Auch seine Frau ist bei ihm. Sie begrüßen Nathanael und Jules. Jean wirkt recht süffisant und elitär, pseudo-bescheiden. Sie essen gemeinsam zu Abend; Dann ziehen sich die Männer in das Raucherzimmer zurück; Dort wurde das Gespräch „brisanter“. Welcher Art diese brisanten Themen allerdings sind, teilt Jules seiner Frau nicht mit.

Auf der Rückfahrt spricht Nathanael nicht, sondern schaut bloß aus dem Fenster des Einspanners, mit dem sie zurückfahren. „Einen Freund hatten wir in dieser Nacht wahrlich nicht gewonnen.“

Beobachtungen und Fragen: 

  • Handelt es sich bei dem Gefängnisdirektor um den zurückgezogenen historischen Jean Andoche Junot? Der historische Junot hat sich umgebracht… oder ist er nur von der Bildfläche Frankreichs verschwunden?
  • Brief an Hornorine nach Besuch beim Kommandanten der Gefängnisinsel – er muss schreiben, um die Schrecken der Nacht zu überwinden! Was war da, was ist dort passiert? Mehr in der Folge 21…
  •  Nathaniel und den Commandanten verbindet eine „Persönliche Sache“, die Nathaniel nicht erklären will.
  •  Verne hat übrigens Südamerika auch in seinen Büchern verarbeitet: Die Kinder des Kapitän Grant Der Roman erschien erstmals 1867/1868. Außerdem: Die Schiffbrüchigen der „Jonathan“ Fast alle Verne-Bücher sind Reise-Erzählungen. Selbst war er allerdings nur in Schottland-Norwegen und mit dem Boot auf der Nordsee und im Mittelmeer.

Der junge Adam in Australien / Traumzeit

Folge/Track:   20 / 20-27 Jahr/Ort:   Traumzeit
Adam träumt von Träumen in Träumen in Träumen. „Die Welt entstieg den Schluchten der Traumzeit“ – Die Geschichte der Welt wird in der Traumzeit erträumt, um daraus zu lernen und zu verstehen. Folgende Erkenntnis steht im Zentrum: Die gemeinsame Verwandtschaft aller Dinge (Mensche, Tiere, Pflanzen, Steine…) in der Traumzeit; alles geht auf eine gemeinsame Zeit zurück.

Bartholomäus unterbricht Adams Träumereien. Es folgt ein umfassendes Gedankenspiel, bei dem Adam mit griechischen Helden bzw. Göttergestalten identifiziert wird: „Nehmen wir an, Sie seien eine von Gott gesandte Lichtgestalt, eines seiner unehelichen Kinder und selbstverständliche ein Held!“ Adam geht drauf ein: „Jemand wie Herkules?“, fragt er. Bartholomäus korrigiert: Für die Griechen sei es Herakles. Dieser habe einen Zwillingsbruder gehabt („Wussten Sie das?“) und seine Geburt sei etwas „ganz Besonderes“. Adam fühlt den geheimen „Sinn“, der sich in den Worten verbirgt, kann ihn aber nicht mit seinem Verstand begreifen. „Es gibt aber in der Tat noch einige andere Helden: Apollon, der Gott des Lichts, der Heilung, des Frühlings und der Weissagung und der Künste“ fügt Bartholomäus hinzu. Dies ist nun die Rolle Adams.

Adam geht auf das Spiel ein: „Was wäre, wenn ich tatsächlich der Sohn von Zeus wäre…?“ Bartholomäus erklärt, dass Apollon eine Zwillingsschwester (Artemis) hatte und zu den zwölf großen griechischen Göttern gehörte. Die Orakelstätte der Antike (Delphi) sei ihm geweiht. Die erste Tat von Apollon war Tötung der Schlange Python, der Feind von Appollons Mutter Letho.

Adam erinnert sich an sein Überleben des Taipan-Bisses. Bartholomäus: „Es gibt nicht viele, die das überlebt haben – sie sind ein sehr glücklicher Mensch, Mr. Salton“. Adam fragt sich: „Ein glücklicher Mensch, war ich das?“

Bartholomäus fährt mit dem Gedankenspiel fort: „Es wäre jetzt sozusagen an der Zeit als Apollon, die Schlange zurückzubeißen, finden Sie nicht?“ Apollon hätte Python mit einem Pfeil verwundet, Python sei daraufhin zum Orakel nach Delphi geflohen. Adam schweift ab. Er sieht die Spitze des Speers „in den mächtigen Körper eindringen“, wodurch die Welt geboren werde.

Bartholomäus fährt fort: Apollon folgte Python und tötete sie im heiligen Orakel. Dies sei eine Sünde gewesen – Apollon muss zur Sühne nach Tarra auf Kreta, um sich dort einer Reinigungszeremonie zu unterziehen. Bartholomäus findet die Strafe zu harmlos: „Es geht gerade bei den Göttern nicht immer gerecht zu, das kann ich ihnen sagen“

Adam hat während der Ausführungen Visionen. Er sieht die Blutströme aus dem mächtigen Python vor sich: „Eine sündige Welt, geboren aus Blut und Schmerz und Tod“.  Das Blut sickert in die Welt, in die Träume… und gerinnt zu einer verdorbenen Wirklichkeit

Bartholomäus redet weiter von ‚Reinigungszeremonien‘, die er von seinem eigenen Vater erleiden musste: „Eltern können sehr grausam sein um ein großes Reinemachen zu veranstalten“. Adam wundert sich über Bartholomäus‘ Heiterkeit, wird aber davon angesteckt.

Es geht weiter mit dem Gedankenspiel: Wenn Adam Apollon wäre, der so viel Macht hat, und ein anderer Gottessohn, „vielleicht der Erstgeborene“ (mit Betonung) ihn bitten würde, zu beweisen, dass er ein ebenbürtiger Bruder sei – wäre Adam bereit dazu?

Adam ist sichtlich verwirrt von dem Szenario: „Ein anderer Sohn? Mein Bruder?“ Bartholomäus bestätigt. Der Bruder sei eifersüchtig auf Appollons/Adams Privilegien. Appollon solle beweisen, dass er ein Sohn Gottes sei, dies könne der Erstgeborene durchaus verlangen – und Bartholomäus verlangt tatsächlich von Adam, einen der Steine in Brot zu verwandeln: „Können Sie den Stein verwandeln oder sind Sie ein Betrüger? […] Sie sind vermutlich ein Schwächling und nicht ein Gott, der dem ersten Sohn im Grunde nicht das Wasser und schon gar nicht das Leben reichen kann!“

Währenddessen rezitiert Adam immer wieder in Gedanken: „Wenn du auslöschst Sinn und Ton…“. Er bestätigt, dass er seinem Bruder natürlich gerne helfen würde, es sei ja nur eine Kleinigkeit. Aber er merkt an, dass der Bruder auch ein Gott sei und um das Wunder der Welt wisse – wodurch es ein Frevel sei, ein Wunder zu verlangen. Bartholomäus versteht nicht.

Adam erinnert sich an eine Szene mit seinem Vater, bei der er schluchzend danach gefragt hatte, wann er endlich zu einem großen Anangu-Häuptling werden würde (Ep. 02). William: „Du kannst nicht werden, was du schon bist“ – Adam hat ein Déjà vù; es fühlt sich so an, als habe er diese Wort schon mal gesagt. Bartholomäus besteht weiter auf das Wunder durch Adam; er solle beweisen, dass er ein Gott sei und Stein zu Brot verwandeln. Adam weigert sich, wie solle er „ein Wunder im Wunder vollbringen“. Er spricht: „Der Mensch lebt nicht von den Dingen, sondern die Dinge leben von den Träumen, die die Menschen in Gott träumen […]. Der Mensch lebt nicht vom Brot, sondern vom Geist“.Bartholomäus ist nicht zufrieden: „Ich sehe, so leicht kriege ich Sie nicht Mr. Salton, sehr schade. Aber gut, man darf ja mal träumen, nicht wahr?“ Und Adam schläft wieder ein, gleitet zurück in die Traumzeit, in die Vergangenheit, die sich ständig wandelt und die Traumzeit formt.

Beobachtungen und Fragen:  

  • Das ist ein Rückgriff auf Folge 08 – die Herakles-Geschichte aus Arabellas gemütlicher Badewanne!
  • Wieder die Traumzeit: Wir haben hier ganz oft eine Traumlogik, das ist dann keine rationale Logik. Ein bisschen ein David-Lynch Ding?  Dringen die Träume in die Wirklichkeit? Träume die Träume gebären… die sich „schöpfend überlagern“ zu „etwas Seiendem verdichten“. Aus etwas Metaphyischem wird etwas Wirkliches. Die Vergangenheit wird neu erträumt, um die Geschichte neu zu begreifen, zu verstehen, um  „Jedes Ding am erträumten Platz zu einer Geschichte im Traum vom der Zeit werden zu lassen“. Die gemeinsame geträumte Verwandtschaft aller Dinge am Beginn der Welt sei der Ursprung. „Alles geht auf eine gemeinsame Zeit in den Träumen zurück: den Traum von der Zeit“
  • These: Das hier ist Therapie mit Hypnose, Traum, Metaebene – für eine Rückführung in die Kindheit. Oder sind wir gar in einer NTE? Es ist auf keinen Fall real. Die sind nicht in der Wüste. Nur in einer Wüste in der Kindheitserinnerung eines zukünftigen Adam, der sich an seine früheren Leben zurückerinnert.
  •  Bei Bartholomäus handelt es sich um Direktor Bayam, der in Adams Unterbewusstsein herumkramt. Sie sind tief in Adams Selbst.  Das Intro verrät es uns.  Durch Hypnose/Therapie in eine frühe NTE-Stufe?
  • Theorie: Adam ist in den 90ern ein Patient bei Salacca. Er erinnert sich an sein früheres Leben. Salacca kommt nicht weiter. Bayam schaltet sich ein. CD 18 /Track 32-34: Jonathan Salacca kontaktiert Bayam – er soll härtere Methoden anwenden. Bayam zweifelt, er möchte keine „millionenverschlingende Sache“ mit  Unsicherheiten verheizen. Schließlich willigt Bayam ein: Er nutzt seine frühe Aware-Technologie und „verhört“ den mittlerweile geistig völlig zerrütteten Zukunfts-Adam, in dem mehr Erinnerungen schlummern, als er verkraften kann. Bayam fühlt sich bestätigt, dass hier einer vor ihm sitzt, der durch die Zeit denken kann. Das bestätigt, dass hier ein Probant sitzt, der „funktioniert“. Bayam übernimmt Adam und packt ihn schließlich in die „Jenseitsmaschine“, die noch erprobt wird. Adam zersplittert. Sein Selbstmord wird vorgetäuscht.  Er wird zu unserem Adam. Sein „Rest“ ist Brankya, der bei Aware bleibt.
  • Philosophie und Psychologie:  Ansatz von Carl Gustav Jung : „Der Schatten“. Ihm nach ist Persona= nach außen gerichtetes Bild. Innen gibt es das positive Ich-Bewusstsein einer Person und den Schatten, die verdrängten, dunklen Seiten. Diese Seiten eines Ich erreicht man durch Traum:

 „Wir träumen immer! Auch am Tag. Da ist allerdings das Wachbewusstsein über die Traumaktivität gelegt, sodass wir im Hier und Jetzt agieren und unsere Träume nicht wahrnehmen. Wenn wir dann zu Bett gehen, können sich unsere inneren Bilder ungehemmt entfalten.“

  • Das kollektive Unbewusste – bildet eine allen Menschen gemeinsame Grundlage psychischer Funktionen. Im individuellen Menschen zeigen sich die Archetypen (also Urformen) des kollektiven Unbewussten durch archetypische Bilder, also Vorstellungen und Emotionen mit allgemeinmenschlicher Grundlage. Dies zeigt sich individuell besonders in Träumen und kulturell beispielsweise in mythischen Motiven, Märchenmotiven und -konstellationen oder Sagenformen.

 

These: Die Herakles-Sage ist eine Metapher, sie beschreibt in Archetypen die hier vorliegenden Muster der Salton-Tragödie. 

    • Archetypen: Herakles und sein Zwillings-Bruder. Das ist ein psychologischer Archetyp: Ein Mensch und sein Schatten! Es finden sich mögliche Entsprechungen zwischen Sage und Salton-Geschichte:
    • Geburt des großen Helden – Adams Geburt
    • Apollon (Gott des Lichts), einer der Götter – Adam
    • Götter – die „Ewigen“
    • Schlange Python (Feind der Mutter) – Biss der Natter in Kindheit
    • Apollon soll die Schlange rächen mit Pfeil – Adam soll etwas machen, etwas mit einem Pfeil = Artefakt = Zeitpfeil, Speer, Zeitbeuger, Zeiger
    • Apollon kämpft mit der Schlange an heiligem Ort = Nedr Gwind? Da hat Adam den Pfeil, die Schlange = der Weiße, vereint sich mit seinem dunklen Bruder
    • Arabella beherrscht die Schlange = Schlange ist die Zeit, Symbol
    • Ströme aus Blut, die aus der verletzten Schlange herausströmen, gebären Welten aus „Blut und Schmerz“ = Welten, die durch Adams Einwirken entstehen, Varianten: „Blut, das in die Träume der Welt sickerte, in die Träume der Träume tropfte“ und zu einer „verdorbenen Wirklichkeit gerann“ (Track 23)
    • Bayam will Adams Kräfte, eine Schlange zu bezwingen, testen (Stein zu Brot) = die Welt verändern. Er drängt ihn an den Rand.

 

Adams Therapie

Folge/Track:   20 / 28-35 Jahr/Ort:   Irgendwann nach 1995 im Psychologischen Institut der Universität Zürich
 Inhalt: 

Wir hören  Adams Anamnese von Professor Salacca diktiert im Psychologischen Institut der Universität Zürich. Adam hat wechselnde unterschiedliche Vorstellungen von sich. Ursachen werden in der Kindheit vermutet. Verändernde anatomische Strukturen im Gehirn und vegetativem Nervensystem wurden durch Scans nachgewiesen. Adam kann sich an seine wechselnden Persönlichkeiten nicht erinnern, er erlebt das sogar z.T. als das Handeln einer fremden Person. Die Wechsel sind fließend. Diagnose: Dissoziative Identitätsstörung. Aufspaltung und Abkapselung von Gedächtnisinhalten führt zur Entstehung von Teilpersönlichkeiten. Daraufhin will Salacca über Pierre Janet recherchieren. Seine Sekretärin will dazu „Hilli“ fragen.

Ein Anruf von  Ross Edgar (Caswell) wirft Fragen auf. Dieser weiß über Zukünftiges Bescheid. Sie werden unterbrochen. Hilli (Helmut Berger) bringt schließlich Material über den Psychologen Pierre Janet.  Er war Wegbereiter der Untersuchung der Persönlichkeitsstörung.

Hiller spricht über seine Beziehung zu Elisabeth (Arabella!). Er spricht von einer Verwandlung, da er in der Dusche abgesonderte tierische Körperteile findet. Er macht einen Scherz daraus, er hat Salacca nur reingelegt – alle lachen.

Ross Edgar meldet sich erneut – er hat Informationen über einen zukünftigen Patienten namens Helmut Berger, einen Nachfahren seines Patienten Adam Salton. Ebenfalls weiß er über Salaccas „Alter Ego“ zu berichten…

Beobachtungen und Fragen: 

Adams Zustand: Was bedeutet das für die Geschichte? 

a)     Salacca hat recht, Adam hat eine psychische Störung. Folgerung: Die ganze Serie ist in der Psyche eines Geisteskranken, wir erleben seine Welt, seine Traumzeit. Alles nur ein Lucider Traum?

b) Salacca versteht noch nicht. Beleg: Edgars Anruf, Bayrams Übernahme des Patienten, Tracks aus der Zukunft. Also: Adam ist hier als eine Hülle mit vielen Vergangenheiten, Splittern zurückgekehrt – mit dem Bewusstsein über seine vorherigen Leben. Salacca will ein paar Jahre später einen Sprung wagen, um Adams Teile einzusammeln. Ist das auch alles „nur im Kopf“?

c) Adam ist eine Anomalie wie Heß– anatomische Veränderungen werden festgestellt.

  •  Adam ist eine Anomalie: Wie kam es dazu?  Ist Adam schon gesprungen? Ist Adam die Summe der „Zurückgekehrten Teile“ eines Ichs?
  • Wir bekommen eine Aufgabe von Günter Merlau: Recherche über Pierre Janet. Janet war ein Freund und Zeitgenosse von Jung und Freud. Vielleicht passendes Thema dazu sind Gedanken zu Archetypen und Schizophrenie.
  •  Ist Helmut Berger ein Angstrellter bei Salacca? Nennen sie Helmut Berger etwa Hiller als Spitzname? Oder handelt es sich um Helmut Hiller?
  • These: Phasenübergang, Überlagerung nicht nur bei Adam, sondern auch hier. Nicht nur Adams Welten überlagern sich… es ist auch woanders schon eingetreten. Der Big Rip ist im Gange.
    Alter Egos überall.
 

 

Das Ende von Heß

Folge/Track:   20 /36-38 Jahr/Ort:   Kriegsverbrechergefängnis Spandau, 1987
 Inhalt:

Obduktion von Hess: Verstorben 1987 in Spandau – im Gefängnis.  Ein Protokollant zählt alle Anwesenden auf – es ist niemand Auffälliges dabei. Das Protokoll wird ausgeblendet, wir hören Gespräch zwischen zwei Polizisten.

Hess musste als einer der wenigen seine Haft voll aussitzen. In Holland seien noch mehrere Kriegsverbrecher in Gefangenschaft, u.a. Joseph Cortella, für seine Grausamkeit berüchtigt sowie andere SS-Verbrecher.  Offenbar gab es Diskussionen um Hess‘ lange Haft, die Alliierten wollten ihn in eine weniger im Rampenlicht stehende Einrichtung bringen, aber das sei zu teuer gewesen. Also bleib Hess der einzige Gefangene für viele Jahre, umgeben von Wachtürmen und großem Personalbestand.

Der Grund für seine lebenslange Haft sei seine Nähe zu Hitler – er sei der zweite Mann nach Göring gewesen, der Nazi-Gesetze unterschrieben hat. Außerdem hatte er Geisteskrankheiten (Psychoneurose), verschärft durch Paranoia und Schizophrenie. Die Sorge wird geäußert, dass Hess zum Märtyrer würde.Seine Einzelhaft sei nicht schlimm gewesen – hatte einige Freiheiten (Fernsehen, Spaziergänge), wurde von der Familie besucht und erhielt medizinische Versorgung. Dadurch lebte er recht lange, sei aber „am Ende seines Lebens eine sehr bedauernswerte Person“ gewesen.

Das Gespräch wird unterbrochen, als der Protokollant wiedergibt, dass die Leber von Hess vollständig fehle, so auch die Gallenblase und die Nieren. Die Anwesend sind verwirrt. Die Organe fehlen! Es könne keine Anomalie sein – ohne diese Organe sei kein Mensch überlebensfähig. Und trotzdem habe Hess lange Jahre im Gefängnis gelebt! Die Polizisten werden schließlich mit Gewalt hinausgeführt.

Beobachtungen und Fragen:

These: Heß ist eine Anomalie in Person! Seine Organe sind…woanders gelandet/geblieben, nachdem er spontan weiterhin Sprünge durchgeführt hat.

 

Ein Fan-Blog zur schwarzromantischen Mysteryserie "Die schwarze Sonne" von Günter Merlau

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