Folge 21 – Atahualpa

Pizarro bei den Inkas

Folge/CD:   21 /1 Jahr/Ort:   1532, Peru, Cajamarca
 Inhalt: 

Intro: Jonathan Salacca fordert unbekannte Person auf, von ihrem Eintreffen in Cajamarca im Jahr 1532 mit Pizarro zu erzählen.

Der Mann erzählt, wie er und die anderen Männer von Pizarro immer weiter durch die Anden getrieben werden, ohne Rücksicht auf Verluste. – Zeitsprung in die Vergangenheit: Pizarro (Caswell) spricht mit „Hernando de Salto“; fast die Hälfte der Männer sei im Gebirge gestorben. Pizarro macht sich über Hernandos ‚poetische‘ Ausdrucksweise lustig und lässt sich von einem anderen Soldaten über die „verfluchte Heidenstadt“ Cajamarca informieren – sie ist, überraschenderweise, menschenleer. Normalerweise begrüßten die Inka die Invasoren. Pizarro vermutet, dass die Einwohner gewarnt worden seien und schickt Suchtrupps aus. Heimlich warnt Hernando den Soldaten, nur noch mit ihm und nicht mit Pizarro zu sprechen, „wenn dir dein Leben lieb ist“ – generell herrscht ein Regime der Angst unter Pizarro. Hernando lässt sich berichten, dass das Heer des Inkakönigs Athahualpa längs der Bergkette lagert – um die 10000 Mann. Er berichtet Pizarro von der Armee; Hernando und einige Reiter sollen im Morgengrauen als Gesandte losreiten und den Inkas das Wort Gottes überbringen. Zuletzt mahnt Pizarro, Hernando solle „mehr Strenge walten lassen“.

Beobachtungen und Anmerkungen:

  • Jonathan Salacca therapiert einen „Hernando de Salto“ – ein Salton zu Inkazeiten bei den Konquistadoren? Historisch: Hernando de Soto war an der Seite von Pizarro.
  • Wiki: Er begleitete 1532 Francisco Pizarro als dessen direkter Vertreter bei der Unternehmung gegen Peru und kundschaftete das Land aus. De Soto entdeckte die Stadt Cajas, in der seine Männer die dem Inka geweihten Jungfrauen des Sonnentempels vergewaltigten. Mit einer Gruppe von 50 Mann entdeckte er später die Straße zur Hauptstadt des Inkareichs Cuzco und war der erste Europäer, der mit dem Inkakönig Atahualpa sprach. Nachdem dieser bei der Schlacht von Cajamarca besiegt und inhaftiert worden war, besuchte er ihn öfters in der Haft und es entwickelte sich eine Freundschaft. De Soto war verärgert, als ihm die Nachricht von Atahualpas Hinrichtung erreichte, und entzweite sich endgültig mit Pizarro, als es um die Neuaufteilung des Andenreiches zwischen den Konquistadoren ging. https://de.wikipedia.org/wiki/Hernando_de_Soto
  • Caswell is back! Edgar schein der Ursprungsname zu sein. Pizarro, Wulfhere, Caswell, Weißthor – alles ähnlich fiese Charaktere.
  • Warum sind alle Bewohner weg? Alle geflohen?
  • Was wollen die genau? Das weiße Gold? Zuletzt bei den Nazis.
  • These: Zu allen Saltons gibt es mittlerweile tatsächliche „Menschen“, in denen das Bewusstsein eines vorherigen Lebens steckt. Diese liegen auf der 21er Station, das sind die Stabilisatoren. Das sind eventuell die Saltons im Orbit? Hier berichtet einer über sein Leben um 1532.

Zur Taufe bei Himmlers

Folge/Track:   21 / 2 Jahr/Ort:   München, 1900
Inhalt:

Adams spricht in einem Monolog über die zurückliegenden Reisen mit Nathaniel und füllt damit eine Leerstelle in der Erzählung aus:

  •  Es folgte eine Reise zur Beerdigung des Musikvirtuosen Maula Bakhsh nach Britisch-Indien (heute Pakistan). Sie reisten mit dessen Enkel, Sufi Hazrat Inayat noch in Indien umher. Musik ist in dessen Lehren der Weg zur Erkenntnis – um den Klang der Welt hören.
  •  Adam erwähnt Kathakali, eine Tanzform, mit der „Schrecken in die Welt“ getanzt worden war.
  • 1898 gab es noch Erlebnisse mit dem jungen Lovecraft. Nach dem Zusammentreffen mit dem jungen Lovecraft am Sterbebett seines Vaters in Providence im Jahr 1898 (Episode 17) haben die drei noch etwas erlebt, das den Jungen geprägt hat.

Beide kommen in München an, wo sie eine Taufe besuchen wollen, und zwar die von Heinrich Himmler. Dort trifft Nathaniel auf Freunde, die sich Adam als Altertumskundler und „Liebhaber wissenschaftlicher Arbeiten“ bezeichnet.  Manche davon sind Väter von Personen, die das folgende Jahrhundert prägen werden.

Es folgen allerlei Gespräche und Anspielungen um folgende historischen Personen:

  • Heinrich Himmler, die kleine Nazi-Sau (Kind) und Vater Gebhard Himmler, dessen Erziehung
  • Karl Krumbacher, Professor der Byzantinistik (Kultur um das Ende der griechischen Antike um Byzranz/Konstantinopel).
  •  August Heisenberg, Krumbachers Nachfolger in Byzantinistik, Vater von Werner Heisenberg (das ist der mit den Unschärferelationen und der Quantenphysik, geb.1901)

Sie sprechen über Byzantinistik, die selbstbewusste Kassia aus dem 9. Jh., „rechte Gesinnung“, die vergehende Zeit. Nathaniel habe die Zeit damit verbracht, „gespenstischen Studien“ nachzujagen.

Beim Gespräch über den Boxeraufstand in China regt sich Nathaniel über Himmlers Haltung auf, verliert den Faden und bricht zusammen. Adam bringt ihn in ein Nebenzimmer und nimmt ihm sein schwarzes Blut ab.

Nathaniel ist bereits stark gealtert und schwach, das schwarze Gift macht Nathaniel schwer zu schaffen. Er hustet in Gesprächen, verliert den Faden, Sätze brechen ab (besonders beim Thema „rechte Gesinnung“).

Der Aufenthalt in München ist nur ein vielleicht letzter (schöner) Zwischenstopp auf dem Weg nach Frankreich – zum Pendulum-Experiment (Folge 10) und damit zu Nathaniels Ende.

Beobachtungen und Fragen: 

  • Wirkt wie Stichwort für kommende Geschichten. Reise von der Beerdigung zur Taufe –zu Nathaniels Tod:
  • Adam (aufmunternd): „Du wirst ewig leben, so wie Methusalem“.
  • Nathaniel (ernst): „Ja… das werde ich vielleicht. Aber du, mein Freund,  wirst einzig leben.“
  • Etwas in Adam weiß, was das zu bedeuten hat – wir aber nicht.
  • Nathaniel erinnert wieder daran, die Zusammenhänge zu beachten, im „Größten wie im Kleinsten“. Ist hier etwas, das wir übersehen?
  • Wieder Alpha und Omega: „Darf ich ihnen meinen Neffen Adam Salton vorstellen? Er ist sozusagen ein letzter, aber auch ein erster seiner Art“
  • Boxeraufstand ist ein westlicher Begriff, der chinesische Name dafür lautet: „Bewegung der Verbände für Gerechtigkeit und Harmonie“

Reisen mit Jules Verne: Im Zellentrakt der Gefängnisinsel

Folge/Track:   21 / 3 Jahr/Ort:   1863, Gefängnisinsel  St. Laurent
 Inhalt: 

Trotz des „Affrons“ am Abend zuvor besichtigt Nathaniel zusammen mit Jules Verne die Gefängniszellen von St. Laurent. Dort herrschen menschenverachtende Verhältnisse; Die Gefangenen werden gerade so am Leben erhalten und komplett isoliert.

Schließlich erfahren wir, wen Nathaniel sucht. Es ist – Jack.

Nathaniel/Jonathan entschuldigt sich für das Leid, das Jack ertragen musste, und möchte ihn befreien. Jack allerdings wendet sich von Jonathan ab. Er ist bitter, zynisch, und latent wahnsinnig. Die Gefängnisinsel scheint ihn endgültig zu brechen.

Nach mehreren ironischen und immer bedrohlicher wirkenden Bemerkungen beginnt Jack, „I walk the line“ von Johnny Cash zu singen. Daraufhin wird er von den Wächtern brutal verprügelt.  Jonathan und Jules verlassen den Zellenblock.

Beobachtungen und Fragen: 

  • Was wurde in der Nacht zuvor beim Abendessen mit Andosch Jenot besprochen? Nathaniel hat offenbar über Jack geredet.
  • Der Marquis de Sade war auch in Haft – in der Bastille. Er wäre jetzt über 120 Jahre alt (starb 1814, fast 50 Jahre zuvor).  Das ist also schon Jack in einem neuen Leben, nach seinem Marquis-Dasein.
  • Erst 24 Jahre später, 1887, taucht er wieder auf – im Zug nach Monaco. Da erkennt ihn Nathaniel zunächst nicht – also eine neue Gestalt. Nach wie vor: Die Figuren sehen nicht gleich aus in ihren neuen Existenzen.
  • Sie erkennen sich: Sie sprechen sich mit Vornamen an:   Jonathan! (er kennt Nathaniel noch nicht – anderes Ich).
  • Hier tatsächliche Bestätigung unserer Vermutung: Jonathan=Nathaniel

THESEN

  • These 1: Zwischen den Realitäten kann die Schauberger hin und her fahren, durch Zeit und Raum. Ebenso bewegen dort unsere Protagonisten hin und her. Das Bewusstsein der Wissenschaftler (und von Adam) pendelt, oszilliert zwischen beiden Realitäten – oder durch die Zeit. Sie durchqueren dabei das „Dazwischen“, die 12 Stufen, „Agartha“ – das Namenlose bei Lovecraft. Dabei kommt es zu Einflüssen auf Körper und Geist, je nach Figur. Bei Jack der Wahnsinn, bei Elisabeth eine Mutation zur Monstrosität, bei Nathaniel das schwarze Blut. Alle verändern sich durch ihre „Sprünge“.  Auch bei Heß und dem Schaubergerflug ist das so geschildert: Die Nazis, die das „Dahinter“ durchqueren, treffen auf kreischende Wesen, werden wahnsinnig, platzen oder blähen sich auf.
  • These 2: Das Bewusstsein der Figuren ist nicht linear unterwegs – die „Springer“ reisen hin und her und sind deshalb  in Therapie  oder  im Koma, weil ihre Persönlichkeiten sich verändern. Sie wechseln die Realitäten im Wachzustand (Adam, Jack) oder im Schlaf (Koma-Patienten, Helmut – Stabilisieren ist nötig). Die Persönlichkeiten überlagern sich – ein Phasenübergang im Individuellen. So kommt es zu Adam, der all seine Leben kennt, oder dem Ehegatten Jack, der plötzlich im Bett zum Marquis wird – nachdem er hier in der Zelle war.

 In der Luft mit Bartholomäus

Folge/Track:   21 / 4a Jahr/Ort:   Meta / Rückführung / NTE?
 Inhalt: 

Wir hören die Fortsetzung des Gesprächs mit Bartholomäus – in einem Flugzeug, das Adam als solches nicht freilich erkennen kann. Adam registriert zwar die (neue) Umgebung, der Ortswechsel (von der Wüste) scheint ihn aber per se nicht zu verwirren, wohl aber, dass sie fliegen – klingt ganz nach einem Traum, Adam benennt es später auch mehrmals als solchen. Bartholomäus und Adam sprechen zunächst weiter über die Bibel, bis Adam nach den Absichten von Bartholomäus fragt. Dieser habe immer nur versucht, das Richtige zu tun – was von höherer Stelle als falsch angesehen wurde. Offenbar hat Bartholomäus eine falsche Frage gestellt und ist dafür ‚bestraft‘ worden. Sie fliegen zum Eingang, den Kapitän Ritscher, so Bartholomäus, „gleich entdecken“ werde – das riesige Loch in der Antarktis. Adam versteht nicht und will die Maschine verlassen. Bartholomäus öffnet die Flugzeugtür und fordert von Adam mal wieder eine Demonstration seiner göttlichen Kräfte, ein Wunder. Adam hält die Situation für einen Traum, Bartholomäus ist darüber offenkundig enttäuscht – fast tut er Adam leid. Während Adam in die Eiswüste starrt, frieren seine Hände an den Rändern der Öffnung fest. Bartholomäus schubst ihn aus dem Flugzeug, doch Adam bleibt unter Schmerzen am Flugzeug hängen, wobei auch sein Gesicht einfriert. Bartholomäus verlangt weiter nach einem Wunder und rezitiert teilweise aus der Bibel: Adam solle sein besonderes Verhältnis zu Gott offenbaren, ausgedrückt in dem Bekenntnis „Du bist der Salton“. Adams Hände reißen schließlich vom Rest des Körpers ab und er stürzt in den Abgrund der Antarktis.

Beobachtungen und Fragen: 

  • Bayam gibt zu erkennen, dass es eine Art Traum ist, in der sie sich bewegen. Theorie von letztem Mal: Rückführung in vorherige Erlebnisse durch Hypnose? Oder eine Stufe in einer NTE?
  • These: Salaccas Patient Adam trägt die Erinnerungen vergangener Leben in sich. Salacca ruft Bayam von Aware an, das noch in den Kinderschuhen steckt. Bayam experimentiert mit Adam – und dringt mit ihm in seine Erinnerungswelt ein.   Beide sind tief in Adams Unterbewusstsein.  Ist hier – metaphorisch – ein Fall in Adams Innerstes, in den Kern „seiner Welt“ dargestellt? Wenn es Traumbilder sind, in denen Bayam aktiv Einfluss nehmen kann – was passiert dann? Bayam „schubst“ schließlich Adams Geist an einen Ort. Bayam zwingt Adam über eine Grenze, er fällt über die 12 Stufen, er stürzt nach Agartha, sein Geist zersplittert. Bei diesem Vorfall zerbricht der „Aware“-Adam und die Splitter seines Bewusstseins treiben im „Beyond“ jenseits der 12. Ab hier schließt sich ein Kreis: In der „Salton“_Realität wird durch das schreckliche Ritual mit den Maschinen bei Elizabeth und Caswell ein Stück Adam wieder eingefangen und in die Realität „Salton“ gewungen.
  • Ähnlich: Johann bei Cameron, der unter Stromqualen die Ereignisse seiner Vorfahren schildert (Folge 11), oder Jules Verne, der Jack in London „an einer Maschine“ Einblick in seine (teilweise verfälschten) Erinnerungen gibt (Folge 7-8).
  • Bartholomäus/Bayam, der „Mann ohne Falschheit“. Der historische Bartholomäus war einer der 12 Apostel Jesu. Jesus selbst nennt ihn laut Bibel einen „Mann ohne Falschheit“.  Märtyertod 71 n.Chr – ihm wurde die Haut abgezogen.
  •  These:  Bartholomäus will einen Gottesbeweis! Er sucht seinen Messias. Er will beweisen, dass in Adam das Bewusstsein von Jesus steckt – den er einst kannte. Dies ist tatsächlich ein irrer Jünger Jesu. Um den „Heiland“ in Adam zu erreichen, treibt er Adam an den Rand – bzw. ins Zentrum. Auch Bartholomäus inkarniert hin und her, später wird er zu Bayam, dem Direktor von Aware. Oder war er es zuvor?
  • Er betont, dass sein Handeln „von höherer Stelle“ als falsch angesehen werde. Was ist die höhere Stelle? Jonathan? Wofür wird er bestraft?
  • Wiederholtes Muster: Das Artefakt wird zur Antarktis gebracht
  •  „Du bist der … SALTON“ (Erlöser/Heiland/Messias?)

Nathaniel und Sarah

Folge/Track:   21 / 4b Jahr/Ort:   Beyond, Superposition
Inhalt: 

Fern hört man den Streit zwischen Nathaniel und Adam aus Folge 03. Dann Schritte, eine Tür. Jonathan und Sarah treffen aufeinander. Sie sprechen darüber, dass nur Jonathan es tun könne, nur er könne es ertragen. Sarah schenkt Jonathan einen (symbolischen) Gegenstand: Eine Taschenuhr, deren Zeiger stehen geblieben sind.

Beobachtungen und Fragen: 

  • Das ist die Superposition! Die Katze lebt und ist tot zugleich.
  • Sie treten aus einer Szene aus der Folge 03 (auf dem Boot nach Bombay) heraus und sprechen auf einer Metaebene (im „Beyond“?)
  • Sarah weiß alles und steht über Nathaniel?
  • Parallelszene zu Jules Vernes Tod (da wird er von Nathaniel mit Erdbeerbaiser jenseitig abgeholt)
  • Symbolik:
    • Stehengebliebene Uhr = Angehaltene Zeit… Tod?
    • Uhr wieder aufziehen = Wieder anfangen? Wiedergeburt? Neue Runde…
    • Erdbeerbaiser = Übergang in den Tod (s. Jules Vernes Tod)?

Ein Fan-Blog zur schwarzromantischen Mysteryserie "Die schwarze Sonne" von Günter Merlau

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