Phasenraum: Erster Eindruck zur Folge 15 (spoilerfrei)

In Folge 15 der „schwarzen Sonne“ befinden sich die Hauptfiguren fast alle in einer Übergangsphase (und vielleicht sogar auch Günter Merlau). Nur einer fehlt, und der ist wohl im Phasenraum verschollen.

Während das „Nichts und das Alles“ als neues wesentliches Motiv und markantes Gewürz unserer geliebten schwarzen Mysteriensuppe hervorsticht, versuche ich bei diesem kleinen Review (direkt nach mitternächtlichem Ersthören) auch kurz über alles zu berichten und doch nichts zu verraten. sonne15

Folge 15 „Phasenraum“ führt nahtlos die Handlungsstränge aus „Dem Tode nah“ fort und vertieft die Geschicke der der Figuren dieses neu gestarteten Zyklus. Meines Wissens werden die vier bereits angekündigten Folgen (also 14-17) eine Einheit bilden und ihre Binnenhandlung abschließen – und dennoch Puzzleteil des großen Sonnezyklus sein.

Als zweiter von vier Teilen hat man hier selbstverständlich in erster Linie ein Verdichten der in der vorherigen Folge neu eingeführten Handlungsstränge zu erwarten, große Offenbarungen gibt es hier noch nicht. Und genau so ist es: Wir erfahren mehr über Jack L.E. Moores Verstrickungen in Experimente in einer noch unbekannten Zukunft, tauchen in die wesentlichen Erlebnisse in Sarahs Leben vor 2046 ein und erfahren so rückblickend, wie sie zu Aware kam, bekommen einen weiteren wunderschönen Brief von H.P. Lovecraft an Adam zu hören und erfahren auch, wie es mit Tesla und Nathaniel 1992 weitergeht.

Neu dabei ist ein faszinierender Handlungsstrang, der ebenfalls 1992 in Chicago spielt und ein grausames (historisches!) Kapitel auf die Hörbühne bringt. Dabei tauchen zwei bemerkenswerte neue Figuren auf, die ebenfalls historisch verbürgt sind, über die ich hier aber noch nichts verraten will. Dieser neue Handlungsort ist sicher einer der spannendsten Weiterentwicklungen in dieser Folge.

Neben Historischem werden auch wieder altbekannte Sonnemythen serviert und weitergesponnen, das allerdings nur in kryptischen Andeutungen, die natürlich für unseren Podcast demnächst ein gefundenes Fressen sind. Besonders freue ich mich darüber, dass mein Lieblingsmysterium, welches die letzten Folgen über fast vergessen war, wieder mehr ins Zentrum gerückt wird: Welches Geheimnis umgibt Nathaniel?

Insgesamt ist die Folge eher ein Appetitanreger als sättigend (klar: Folge 2/4), da die Erzählung seine Protagonisten in erster Linie in Position bringt und die Fantasie darüber anregt, was da wohl in der nächsten oder übernächsten  Folge (oder jemals?) kommen wird, so wie wir es von der Sonne ja gewohnt sind und schätzen. Dabei hat die Folge viel auf den Tisch gelegt und war wieder einmal ein Genuss. Vor allem auch das Sounddesign, die geschickte Charaktervertiefung und der Wechsel von Spachniveaus in den jeweiligen Zeiten und Milieus – von poetisch zu ungehobelt bis prollig – sowie die wieder wesentlich dichtere musikalische Untermalung sind mir aufgefallen. Klasse, wie man hier musikalisch und sprachlich durch die Zeiten springt. Und auch inhaltlich gibt es wie immer viel zu entdecken.

Fazit: Wieder mal ein großartiges Hörspiel, bei dem mich nur stört, dass es irgendwann aufhört. Ich will weiterhören und vor allem drüber reden, aber da muss ich mich wohl noch zurückhalten bis zum Podcast. Ich freue mich darauf zu hören, was bei Jonas und Samu Phase ist: Den Podcast nehmen wir demnächst auf und veröffentlichen ihn dann um den 14.12., wenn die Folge 15 flächendeckend erscheint.

(Torsten Weis, 1.12.17)

Hinweis:  Kommentare hier bitte spoilerfrei halten!

Spoiler, Theorien und Anregungen zum Podcast bitte hier: Spoilerdiskussion Link

 

Podcast 14 – Dem Tode nah

Ascent_of_the_BlessedMit einem Big Bang beginnt die zweite Staffel der „schwarzen Sonne“ und hält uns gleich mal einen Big Rip unter die Nase. Wir schnuppern genüsslich dran, gehen mit Sarah durch die Phasen des Todes bis zur letzten Grenze, verzerren uns mit Adam im Phasenraum und fragen uns, warum ein gewisser H.P. Töne aus einer Region außerhalb des Lebens hört.

Bei Zeiten geht uns auch ein Licht auf, und wir hoffen, dass es nicht das am Ende des Tunnels ist.

Direktdownload: Mp3

Folgenübersicht: hier

Index zu Begriffen und Personen: hier

 

P.S.: Hier noch eine Aufstellung der 12 Phasen und deren Zitate auf Sonne 1-12


Ersteindruck Folge 14 „Dem Tode nah“ (dafür spoilerfern)

Keine Flatline mehr im schwarzromantischen Mysterien-EKG: Mit „Dem Tode nah“ zeigt sich, wie lebendig unser Patient ist, der über sechs Jahre im Koma lag und schon mehrfach für tot erklärt wurde. Die „schwarze Sonne“ ist nicht nur wiederbelebt, sondern richtig in Schwung! flatline

Eine Überraschung eröffnet die zweite Runde der „schwarzen Sonne“ und wirft direkt den Mysterienhandschuh dem Hörer um die Ohren. Direkt der Beginn der Folge, der an den Cliffhanger aus Folge 13 anknüpft, hat einen großen WTF-Moment zu bieten, den ich noch gar nicht einordnen kann und einiges an Fragen aufwirft– aber so muss ein Anfang einer Staffel sein.

Wer befürchtet hat, die Fortsetzung wäre ein Wiederaufwärmen oder ein Nachklapp, irrt: Dieser Auftakt macht klar, dass jetzt ein großer neuer Handlungsbogen beginnt, der jedoch eng mit der ersten Staffel verzahnt zu sein scheint. Der neue Handlungsrahmen dreht sich um eine junge Frau, die ihr Leben mit dem Sterben verbringt – genauer gesagt der Ergründung dessen. Und genau in dieser langen und hypnotischen Nahtod-Sequenz  ist das Herzstück dieser Episode zu finden: Hier bekommen wir nicht nur unsere neue Zweit-Hauptfigur (neben Adam) vorgestellt, sondern auch ein neues Setting in der Zukunft und einen geheimnisvollen Handlungsstrang präsentiert, den ich sehr interessant finde. Diese lange Sequenz ist fantastisch inszeniert, Sarahs Sprecherin ist ein Glücksgriff (ich will mehr von ihr hören, was für eine schöne Stimme!) und die akustische Verwebung mit alten Sonnefolgen erzeugt  einen wunderbarer Gänsehautmoment.

Die Handlung um die Erforschung des „Jenseits“ und der gleichzeitige Brückenschlag zum ersten Zyklus mit Sarahs „Reise“ fand ich wunderbar und thematisch unverbraucht. Ich muss erneut reinhören und sortieren, viel gibt es zu entdecken und in Zusammenhang zu setzen. Ich bin gespannt, wohin uns das Thema „Nahtoderfahrungen“ in der Geschichte führt, da wurden große Erwartungen geweckt!

Ich vermute, dass Günter Merlau viel Neues zu erzählen hat, jedoch auch die alten offenen Storys dabei nicht vergisst. Der abgebrochene Handlungsstrang aus Folge 09 in Chicago wird aufgegriffen und weitergeführt (worauf ich aber nicht näher eingehen kann und werde). Dennoch glaube ich, dass „nebenbei“ mit einigen Fragezeichen aus den alten Folgen aufgeräumt wird, während der Fokus aber auf dem Vorantreiben einer neuen Handlung liegt, es also nicht ein reines „Abarbeiten“ offener Rechnungen wird.

Das Zusammenspiel von langen Monologen statt Erzählertexten mit den bekannten Musikthemen im Hintergrund erzeugt ein Hörgefühl wie bei den alten Sonne-Folgen , auch die Brief-Sequenzen haben ein Comeback. Durch Adams „neuen“ Brieffreund kommt sogar ein altes Verne–Nathaniel Gefühl auf und es wird Kennern recht schnell klar, um wen es sich bei diesem neuen Freund aus Brooklyn handelt.

So kann es weitergehen, ich bin gespannt und sehr zufrieden! Jetzt erst mal sacken lassen und dann auf zum Podcast in zwei Wochen!

P.S.: Unter Spoilerdiskussion Folge 14 könnt ihr gern frei über Inhalte spekulieren, hier bitte keine konkreten Inhalte verraten.

 

Interview zum Abschluss des ersten Zyklus der „Sonne“

In diesem Interview stellt sich Günter Merlau einigen Fragen, die um den ersten Zyklus kreisen, um die Wartezeit auf den zweiten Zyklus der „Schwarzen Sonne“ etwas zu Interviewverkürzen.

Wie steht es um die verlorenden Handlungsstränge, beißt sich am Ende die Regenbogenschlange selbst in den Schwanz, was ist eigentlich mit der Folge 10 verloren gegangen, gibt es die Unendlichkeit und bevorzugt Günter Merlau eher ein Bad mit Arabella oder ein Dinner mit Jack?

Viel Spaß damit!

Direktdownload: Mp3

Interviewfragen

Was wolltet ihr schon immer mal von Günter Merlau über „Die schwarze Sonne“ wissen?

Interview

Zum Abschluss des ersten Zyklus habt ihr jetzt die Möglichkeit, hier eine Frage zu formulieren, aus denen wir dann einige auswählen, die dann von Günter Merlau in einem kleinen Interview beantwortet werden. Was interessiert euch? Schreibt es hier auf dem Blog in die Kommentare bis spätestens 26.5.2017 !

Hinweis: Vermeidet bitte Fragen, die um das genaue Erklären und Lüften von konkreten Geheimnissen geht (die vielleicht ja im zweiten Zyklus eine Rolle spielen).

Und jetzt bin ich gespannt, was euch so interessiert und freue mich auf das Interview!

Podcast 13 – Nedr Gwind

Der erste Zyklus von Günter Merlaus „schwarzer Sonne“ endet mit „Nedr Gwind“, 681325main_gravitational-waves.jpg.1398138ebenfalls wie bei unserem Podcast ist ein Abschluss erreicht: Die Geschichte um Adam endet in diesem wunderbaren Finale mit ein paar Fragezeichen, vielen Antworten und einigen Überraschungen.

Nicht nur Berger stellt sich als Stabilisator heraus, auch unser Podcast versucht ein paar Stützen im Wirrwarr der Rätsel um die Sonne zu bieten. Wir haben ein paar Lösungsvorschläge, kommen auf an den Haaren herbeigezogene Theorien, ziehen uns notfalls (wenn wir nicht weiter wissen) ein paar weiße Würmer aus der Nase, suhlen uns in flüssiger Raumzeit und haben eine ganz besondere Überraschung parat!

Viel Spaß mit der Besprechung zum Finale über das Sein und das Nichtsein, das Nichts und das Alles!

Download: Mp3

Wie immer: Unter dem Namen „Bei Zeiten“ ist der Podcast bei iTunes und anderen Podcatchern zu finden.

Folgenübersicht „Nedr Gwind“

Index zur Folge 13 – Begriffe und Links

Spoilerdiskussion Folge 13

Anhang zum Podcast:

  1.  Dieses Bild hilft bei der Vorstellung, um sich den „gekrümmten Tunnel aus Zeit“ so vorzustellen, wie Samu ihn im POdcast beschreibt. Samu: „So stelle ich mir die verschiedenen Raumzeiten vor, die nebeneinander liegen. Usprünglich war es mal EINE Gerade, eine lineare Zeit. Durch die Experimente wurde diese Gerade zu dieser Spirale gekrümmt, sodass plötzlich alles nebeneinander liegt.Zeit
  2. Wir sprechen über das Ende von Lost – und über einen Song darüber von Olli Schulz. Der Song ist ein Abschiedslied an einen verstorbenen Freund, mit dem Olli gern über das Ende von Lost gestritten hat. Wer den Song mal hören möchte, kann das hier tun: