Allgemein

Podcast 20: Gefangener Nr.07

Jetzt gibt’s Impfstoff für die Ohren!Podcast Beizeiten 20

Hört, was uns zur neuen Folge 20 von „Die schwarze Sonne“ im Kopf herum geht und lasst die virulente Welt ein bisschen draußen vor sich hininkubieren.

Erfahrt, was es mit dem Gefangenen Heß, Adams Plänen in Ägypten, der Traumzeit, Appolon und seinem Bruder, dem Speer und der Schlange und den Therapiebefunden von Professor Salacar auf sich hat und bleibt gesund!

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HeadCast 3: Spekulationen

shutterstock_1069895753_skaliertPodcast Nr.3 zu Lauschs „Head Money“ ist da! Wer könnte hinter Janus stecken? Wird Edward Silbersteins Kopf rollen? Woher hat Janus überhaupt so viel Geld? Wohin gehts mit der Nigeria-Handlung – und was will Fournier überhaupt?

Wir stellen uns die entscheidenden Fragen, lassen die Folgen 4-6 noch einmal Revue passieren und niesen dabei leicht angeschlagen aber guter Dinge ordentlich in die Armbeuge. Darauf erstmal einen heißen Kopi Luwak – Cheers und viel Spaß!

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HeadCast 2: „This is Lagos!“

In unserem zweiten Podcast zu „Head Money“ nehmen wir Abebe und ihre Heimat Nigeria in den Fokus, sprechen über Zwillingsmorde, Zusammenhänge zur Janusgeschichte und über die Probleme in Lagos. 88204965_1081510462214182_8936896975182233600_n

Damit das auch richtig fundiert abläuft, haben wir eine Leitung zu einem Afrika-Experten in London aufgebaut, der über die Lage des Landes berichtet und unseren Fragen Rede und Antwort steht.

Viel Spaß mit der neuen Folge „BeiZeiten“ und gutes Lelax beim Hören!

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Außerdem empfehle ich hier diesen Artikel zum tatsächlichen Hintergrund der Ermittlungen zum Thema „Afrikas ungeklärte Zwillingsmorde“

 

Podcast: Rübe runter bei Head Money 1

Rübe runter und Butter bei die Fische!

Haltet eure Köpfe fest oder lasst sie mit uns eine Stunde durch den Podcast rollen! Wir besprechen die neue Serie „Head Money“ von Lausch in drei Podcastakten. Den Anfang macht dieser erste Teil, bei dem wir erstmal Basisarbeit machen und klären, um welche Figuren es bei dieser Serie überhaupt geht, welche Kurse die Handlung einschlägt, ob Janus ein sympathischer Sozialrevoluzzer oder schnöder Terrorist ist – und ob uns das neue Hörspiel überhaupt gefällt.

Viel Spaß damit!

P.S.: Der Podacst zur neuen Sonne kommt in einer Woche, die muss sich erstmal in unseren Hirnen installieren und vor sich hin gären.

 

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Steine zu Brot

Gedanken nach dem Hören: „Die schwarze Sonne“ 20

„Was ist das für ein Zeichen? Eine Sonne, die im Verborgenen leuchtet. Sie soll daran erinnern, dass vieles nicht sofort und offenkundig sichtbar ist, sich manche Größe in der Tiefe verbirgt“.

Sonne 20

Zum ersten Mal bekommen wir in dieser Folge deutlich (von noch dazu von Adam selbst) vor Augen geführt, wofür das Symbol der schwarzen Sonne eigentlich steht. Und zutreffender könnte das nicht sein: Mit Folge 20 „Gefangener No.07“ tauchen wir erneut in die Untiefen der schwarzromantischen Geschichte ab, die sich uns nur scheinbar widerwillig, nur langsam und in kleinen Puzzlesteinen ers

chließt. Darin liegt der Reiz dieser fantastischen Hörspielserie. Sprecher, Klangteppich und musikalische Untermalung sind wieder einmal hervorragend.

Ich habe das Hören der neuen Folge sehr genossen: Sie lädt dazu ein, in ihre fragmentartigen Sequenzen und traumartigen Facetten einzutauchen und in der Tiefe zu rätseln, welche Zusammenhänge dort verborgen liegen.

Da es sich um den dritten Teil eines Sechsteilers handelt und wir einfach mittendrin sind, rate ich dringend dazu, die beiden Vorfolgen nochmal vorher zu hören, sonst hängt alles einfach zu arg in der Luft. Die vorigen Veröffentlichungen liegen bereits eine längere Zeit zurück, der ganze Aufbau der Stimmungen und Situationen geht ohne dieses Anschlusshören verloren. Am Ende wird man diesen Sechsteiler als Einheit wahrnehmen müssen, um ihm gerecht zu werden (wie auch zuvor den Vierteiler in Chicago). So erleben wir Mittelstücke von Jules Vernes Reise mit Nathaniel auf der Gefangeneninsel auf dem Weg nach Südamerika, hören der hypnotischen Auseinandersetzung zwischen Adam und dem merkwürdigen Bartholomäus in der Wüste weiter zu und erfahren, welches Ziel Adam auf seiner Expedition in Ägypten anstrebt.

Das Hinabsinken in die einzelnen Momente dieser Folge ist es, was ihre Stärke ausmacht, und weniger als durch ein Fortschreiten der Handlung entsteht die Faszination durch die Stimmungen und durch die Fragen, die sich dem Hörer stellen. Und Fragen habe ich nach dem Hören reichlich – aber die hebe ich mir für den Podcast auf. Zugegeben – die Handlung macht erneut keine großen Sprünge nach vorn, stattdessen blicken wir zurück und docken (zu meiner Freude) an interessante Themen aus den Folgen 8, 9 und 10 an, die hoffentlich in den kommenden Folgen in das Geschehen hineinspielen. Gedanklich wird an die Ereignisse um Rudoph Heß angeknüpft (Folge 9), Ideen um den Mythos um die Geburt von Herakles und seinem Bruder werden wieder heraufbeschworen (Folge 8) und das Pendulum-Experiment sowie Nathaniels Verschleppung liegen der Ägypten-Handlung zugrunde (Folge 10).  Ein paar sehr interessante Puzzlesteine sind diesmal dabei, die manche alte Theorie bestätigen.

Es ist mal wieder ein reichhaltiger Rätselhappen, der hier serviert wird, reich an Anspielungen, aber auch voller Verwirrung: Während sich die Fortsetzungen der Handlungsstränge in der Vergangenheit (junger Adam in Australien / älterer Adam in Ägypten / Vernes Reise mit Nathaniel) harmonisch in die Sonne-Zeitlinie einreihen, verwirrt und verzerrt das Geschehen um den Therapeuten Salacar und seinen schizophrenen Patienten Adam das Gesamtbild für mich. Ich bin gespannt, wo diese irritierende Spiegelung von Charakteren hinführt. Was ist real in dieser Geschichte? Aus der Perspektive des Therapeuten Salacar wirkt alles andere in der Sonne fast „nur“ wie ein Traum oder wie die krude Einbildung des Patienten Adam – was ja (hoffentlich!) nicht sein kann.

Die einzelnen Sequenzen des Hörspiels wirken auf mich fast hypnotisch – man fühlt sich wie in einem Traum, dessen Zusammenhänge sich vielleicht noch nicht (oder nie?)  erschließen. In die Realitäten der Figuren mischt sich das Irreale, das Unmögliche, wir erleben Varianten und Spiegelungen von Bekanntem. Was zum Teufel passiert da, und wie hängen all diese Schnipsel zusammen? Ich will mehr erfahren und bin sehr gespannt, auf welche Ereignisse (und Enthüllungen?) Günter Merlau seine Erzählung zubewegt. Ein wenig fühle ich mich beim Zuhören also wie ein Träumer, also ein bisschen wie Adam in der australischen Wüste. Was ich da höre wirkt wie ein Traum in einem Traum, der einer Traumlogik folgt, die im Wachzustand aber gar nicht zu entschlüsseln ist. Der Versuch, das alles zu verstehen und in logischen Zusammenhang zu bringen ist ein bisschen wie Adams Aufgabe in der Wüste, einen Stein in Brot zu verwandeln. Ob das geht? Ob wir es bei unserer Analyse im Podcast einmal mit Traumdeutung versuchen sollten?

Aber vielleicht muss man das ja gar nicht alles verstehen– vielleicht kann man das Zuhören einfach auch nur genießen, so wie hier geschehen. 

Was meint ihr dazu – habt ihr die Folge schon gehört? Ich bin gespannt, was ihr sagt!

(Torsten Weis, 28.2.20)

Meinung: Head Money

Head MoneyBesonders das Jingle am Ende jedes Kapitels von „Head Money“ ruft Erinnerungen wach: Die von einer weiblichen Stimme gehauchten Worte „Fantastische Hörspiele… von Lausch“ haben wir seit vielen Jahren nicht mehr zu hören bekommen. Damit ist klar: Günter Merlau produziert wieder eigene „Hörspiele für Erwachsene“ jenseits der von Maritim weiterfinanzierten und vertriebenen „Schwarzen Sonne“. Mehrere neue Projekte sollen es sein, die Lausch in der Pipeline hat, und nach den ersten Folgen „Head Money“ bin ich gespannt, wo die Reise hingeht. Es ist klasse, dass der gute alte Lausch-Spirit zurück ist, sich in neue Experimente begibt und neue Konzepte ausprobiert.

Der Hörspielmarkt ist – nach meinem Empfinden – in den letzten Jahren immer breiter und flacher geworden. Seit Hörspielserien in erster Linie nur noch (billiger) online veröffentlicht werden, wird im digitalen Vertrieb und auf den Streaming-Plattformen rausgeballert, was 45 Minuten lang halbwegs hirnlos spricht und brummt, Hauptsache der Titel klingt nach irgendwas, was man so kennt. Klar, da sind auch Perlen darunter, aber hochwertige Hörspiele muss ich mittlerweile in der der Massenproduktion im Streaming“ohr“kan an Hördünnpfiff erstmal suchen und finden.  Dass für mich die „Schwarze Sonne“ da in Qualität und Komplexität einzigartig herausragt, muss ich glaube ich nicht extra erwähnen.  Daher bin ich froh, dass Lausch neue Produktionen wagt, neue Geschichten ausprobiert und mit neuen Themen herumexperimentiert (sofern die „Schwarze Sonne“ nicht darunter leidet). Auch mit „Head Money“ hebt sich Lausch wieder einmal weit heraus, liefert ein wunderbares Hörspiel ab und sticht mit hoher Qualität und frischer Idee aus der Flut an Hörspielen deutlich hervor.

„Head Money“ klingt ganz nach Lausch. Ein bisschen Pulp, eine spannende und originelle Hauptstory, viele gut recherchierte Themen, etwas Pathos und viel humorvolles Augenzwinkern, zahlreiche Handlungsstränge und Figuren – die Zutaten (und Stimmen) kennt man so von früheren Lauschproduktionen. Diesmal mischen sich hier allerdings noch politische und moralische Gedanken unter: Es geht um ethische Fragen und viel Zeitgeist – das gefällt mir sehr gut.

Als persönliches Fazit vergebe ich fünf von fünf abgetrennten Köpfen: Die Folgen und das Konzept sind sehr gelungen, das Produktionsniveau hoch, noch höher der Spirit dahinter. Es war mir eine Freude, das zu hören!

Die neue Serie hört sich (im Gegensatz zur Sonne) sehr leicht, es gibt beim Zuhören keine Probleme, den Ereignissen zu folgen, alles ist sehr zugänglich und klar. Das hat einerseits seinen Grund in der Erzählweise, andererseits im klareren Kontext: Zum Verständnis der Geschehnisse brauchen die Hörer diesmal kein Wissen um esoterische, historische oder wissenschaftliche Obskuritäten, sondern einfach nur unsere eigene Gesellschaft und das Zeitgeschehen sind zum Verständnis nötig.

Komplex ist Head Money aber trotzdem, die Geschichte bahnt sich ihren Weg auf vielen Pfaden, die auch unter der Oberfläche miteinander in Verbindung stehen. Ähnlich wie bei der „Sonne“ bildet sich um die Haupthandlung ein Mosaik aus einer Vielzahl von Einzelgeschichten und Einzelszenen. Diese (abgeschlossenen) Facetten machen das Hörspiel besonders vielseitig – und unterhaltsam. Auch politisch werden so die Vorgänge aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, der Hörer erlebt aus vielen Perspektiven, wie die Ereignisse wahrgenommen und eingeschätzt werden. Allerdings kann man da noch kein abschließendes Urteil fällen, denn die Geschichte ist ja noch nicht abgeschlossen: Was vorliegt ist „nur“ Staffel 1 von 3, es sind also die ersten 6 von insgesamt also 18 Folgen. Zu welcher Aussage, welchem Standpunkt das Hörspiel selbst kommt – darauf bin ich gespannt.

Da man über viele Themen und Figuren auch herrlich diskutieren kann (und natürlich auch über deren Schicksale spekulieren), machen wir dazu einen kleinen BeiZeiten-Podcast-Exkurs und quatschen dabei über alle sechs Folgen im Überblick nach Themenschwerpunkten. Falls ihr Lust darauf habt – hört erstmal alle sechs Folgen, wir spoilern natürlich dann kreuz und quer.

Erst kommt die neue Sonne „Gefangener Nr.7“ am 28.2. – die geht vor, dazu machen wir direkt am Wochenende den Cast. Danach gibt’s von uns ein bisschen was zu „HeadMoney“ auf die Ohren.

Habt ihr Head Money schon gehört? Was denkt ihr?

(Torsten Weis, 25.2.2020)

Weiter gehts!

Endlich Konkretes:

Die Folge 20 der „schwarzen Sonne“ erscheint am 28.02.2020 („Gefangener No.07„).

Am 29.5.2020 folgt dann Folge 21 mit dem Titel „Atahualpa“ (Stand: iTunes).

Ich freu mich!

P.S.: Die Sache mit den Playlists geht auch weiter, brauche nur noch ein bisschen Zeit.

Sonne 20