Allgemein

Monsterphasenübergang

Ein Gastbeitrag von unsrem Teamphysiker Dr. Jens Cierullies (nicht Krug):

Um neben den metaphysischen Aspekten auch mal wieder rein wissenschaftlich das Thema Sonne zu beleuchten, habe ich keine Kosten und Mühen gescheut, den Monster-Phasenübergang des Universums experimentell nachzuweisen.

Die folgende Animation wurde von Dr. Jens höchstselbst zur Verbildlichung als Modell erstellt:

Zunächst sieht man das Monster-Universum in einem homogenen Grundzustand, der durch eine Singularität in Form meines Fingers angeregt wird, eine Phasenübergang durchzuführen. Die radial lineare, volumenseitig aber exponentielle Ausbreitung des neuen Phasenzustandes konnte erfolgreich demonstriert werden.

Die Dinger lagen im Phasenzustand maximaler Entropie in einer hinteren Ecke einer Küchenschublade und wurden erst im Zuge des Experiments durch induktionselektronische Siedevorgänge wieder in den Zustand eines funktionierenden Mikrokosmos versetzt.

So oder so: Ein Phasenübergang von flüssig zu fest!

Podcast 16 – Anura

So, ihr Lurche, Kröten und Unken! Zeit für den Übergang in den nächsten Phasencast!

Und so höret: Nach der siebten Posaune tönet nun auch der 16. BeiZeiten-Podcast, und es falle das Feuer der Erleuchtung vom Himmel, der von einer schwarzen Sonne verdunkelt ward.Grosse-Babylon-500

Wir quaken diesmal wirrer als die Lurche zur Laichzeit, zanken über physikalische Möglichkeiten des Weltuntergangs, untersuchen Gegensatzpaare, werden mythologisch abgehoben und verlieren uns mit den Saltons und Lovecrafts in kruden Spinnereien.

Falls ihr genug Nerven dafür habt: Viel Spaß mit dem Podcast zur 16. Folge „Anura“ von Günter Merlaus Hörspielserie „Die schwarze Sonne“!

Direktdownload: Mp3

Zur Vertiefung:

Das Buch des Dzyan („Book of Dzyan“)

Die Hure Bablyon

Die Offenbarung des Johannes

Erzengel Michael

Psalm 91,15: Unter dem Schutz des Höchsten

Phasenübergang – Dr. Jens Krog / University of South Denmark

Anura

 

Hure Babylon

… und hier noch das Cover der Folge 17, über das wir am Ende reden.

Cover 17

Spoilerfreier Ersteindruck zu Folge 16 – „Anura“

Sieben biblische Posaunen und die Krötenwanderung verkünden es: Apokalypse, ick hör dir trapsen. Die schwarze Sonne scheint dennoch weiter mit voller Kraft!

sonne16

Der Typ auf dem Cover ist jedenfalls schon mal nicht Günter Merlau, denn der ist sicher keine quakende Kröte sondern eher ein gewiefter Fuchs in der Disziplin des vertrackten Erzählens, da er wieder mal fordernd, komplex und um die Ecke denkend seine fantastische Geschichte weiterspinnt.

Bevor ich ins Detail gehe: Es ist wieder eine grandiose Folge voller Mythologie und Fragezeichen und ich kann nur empfehlen, sich ganz beim LAUSCHen darauf einzulassen. Ich habe das Hören (und fast noch mehr das zweite Hören) sehr genossen und schätze eine Sache besonders:  Günter Merlau bevorzugt das indirekte Erzählen und schafft damit viele Leerstellen und eine Unschärfe, die den Hörer zum Nachdenken bringt. Es ist eine langsame Folge, die weniger auf eine explizite ereignisreiche Handlung als vielmehr auf markante Dialoge und Andeutungen setzt – und damit ordentlich Öl ins Feuer meiner Vorstellungskraft gießt. David Lynch hätte seine wahre Freude daran!

Für mich ist „Anura“ die bisher verblüffendste und auch komplizierteste Folge der neuen Staffel mit einem Cliffhanger, der wieder tief in die erste Staffel zurückreicht. Wir nähern uns des Pudels Kern. Oder war des Frosches? Die Zusammenhänge liegen wie immer unter der Oberfläche verborgen, und sobald man sie entdeckt, gibt zahlreiche Aha und WTF-Effekte.

Allerdings: Auf den Krötenmann des Covers sollte man jetzt nicht unbedingt warten.  Die Froschlurche sind eher ein verspieltes erzählerisches Motiv, das die verschiedenen Handlungsblöcke subtil verbindet als etwas, das tatsächlich eine Rolle spielt. Also: Amphibienmonstererwartung gleich mal drastisch zurückschrauben!

Die neue Folge ist ein vertracktes Rätsel in Hörspielgestalt, die „Sonne“ ist in Bestform, besonders was das Andeuten, Vorbereiten und Anregen angeht. Mit „Anura“ hat Günter Merlau eine der bisher kryptischsten Folgen abgeliefert, die äußerst kunstvoll konzipiert und mit viel Leidenschaft geschrieben und vertont wurde, dabei aber auch nicht leicht zugänglich ist. Äußerste Konzentration ist beim Hören gefragt, wenn man all den Zitaten und Anspielungen folgen will – und das lohnt sich!

Während die letzten beiden Folgen einem starken technischen bzw. wissenschaftlichen Ton getragen wurden, wird es jetzt wieder mystischer: Eine Aura des Geheimnisvollen umgibt die Gespräche, die sich zu Teilen in Andeutungen und Zitaten aus bekannten Werken der Weltliteratur verlieren und damit viele gedankliche Verknüpfungsmöglichkeiten auslösen. Zwei Figuren liefern sich sogar eine richtige Zitate-Schlacht, deren Ursprung und Bedeutung wir im Podcast dann ausführlich klären bzw. untersuchen werden, da diese – nach Bedeutung und Herkunft –  viel über die Figuren und Konzeption der Handlung verraten.

Die neuen Erkenntnisse stehen aber auch in Widersprüchen zu vorangegangenen Annahmen, so dass mit jeder (scheinbaren) Lösung ein neues Rätsel entsteht. Aber so sind wir es ja auch gewohnt.

Inhaltlich wird viel doziert, z.B. über den „Big Rip“ in einer Fernsehshow, in Monologen eines H.P. Lovecraft über seine Wahrnehmung der Kunst und über „die großen Alten“ oder auch durch Mrs. March über die „Offenbarungen des Johannes“. Das muss man erstmal gedanklich packen und miteinander verbinden! Nach der Exposition in Folge 14-15 zeichnet sich jedenfalls langsam ab, wo die Reise hingeht. Wobei man das bei der „schwarzen Sonne“ nie ganz wissen kann, es kommt sowieso immer anders, als man denkt.

Auf den ersten Blick liefert die Folge mehrere kantige und sehr unterhaltsame Fragmente ohne scheinbaren Zusammenhang, dafür voller rätselhafter Textschwere, und das erfordert Geduld. Aber der Schein trügt. Es stimmt schon – es gibt relativ wenige Ereignisse, welche die aktuelle Handlung voranbringen, es geschieht (noch) nichts Großes. Doch die Gespräche, die wieder mit viel Feingefühl und musischer Inszenierung dargeboten werden, stecken voller Hinweise und Querverbindungen. Meine Fantasie jedenfalls wird durch das Hören der Folge ordentlich angefeuert. Oder wie der große Philosoph und Trickbetrüger Mephistopheles bereits festgestellt hat: „Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, // Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.“

Das fordert den Hörer, aber das muss auch so sein! Das tatsächliche Geschehen als Ganzes wird man erst bewerten können, wenn mit der kommenden Folge der Vierteiler abgeschlossen ist. In dieser Folge macht sich ein Gefühl der Verdichtung breit, das nach der Exposition der vorangegangenen beiden Folgen jetzt auf einen Höhepunkt zusteuert. Ich habe das Gefühl, dass diese vier Folgen unbedingt als Einheit gehört werden sollten, da die Folgen 14-17 als ein zusammenhängendes Kapitel der großen Geschichte angelegt sind, also als einheitliches Puzzleteil zum großen Mysterium beiträgt. Ich finde, das tut der Erzählweise sehr gut – durch das langsame Fortschreiten über vier Folgen zu einem Themenblock gewinnt die Geschichte noch mehr an Tiefe und wirkt nicht mehr so überladen, wie es bei manchen frühen Folgen der Fall war (verglichen z.B. mit der mit Infos vollgestopften und handlungsreichen Folge 02 „Böses Erwachen“, deren Inhalt auch locker auf drei Folgen hätte ausgebaut werden können).  Der neue „Rhythmus“ der Erzählung ist viel ruhiger, eindringlicher, fragmentarischer.

Ich bin sehr gespannt, worauf die Episode in Chicago, die Einführung der Familie Lovecraft, die wissenschaftliche und biblische Schilderung eines Weltuntergangs sowie die Zukunftshandlung um Sarah und ihre Nahtoderkenntnisse (in der nächsten Folge?) zusteuert. Es stellt sich das Gefühl ein, dass sich diese Handlungsbögen im Finale des Vierteilers auf ihre Konsequenzen zubewegen, die gerade vorbereitet werden.

Ich fasse mal zusammen, welche Themen des Vierteilers aufgebaut wurden und im Raum stehen: 

  • Die Theorie um den Big Rip, der so eine Art gewaltiger kosmischer Resetknopf des Universums ist, also ein bisschen ein bisschen „Armageddon“ und „Offenbarung des Johannes“. Kommt da was Katastrophales auf uns zu?
  • Sarah Saltons Nahtod-Erkenntnisse, Fähigkeiten und Verwandtschaftsgeheimnisse.
  • Ein traumatisierendes Erlebnis, das die Familie Lovecraft prägen und auf die Fährte der „Alten“ bringen muss.
  • Ein Serienkiller in Chicago, der die Familien Lovecraft und Salton zusammenbringt
  • Die beiden metaphysischen Gegenspieler Nathaniel und Arabella, die in die Schicksale besonderer Menschen wie Nikola Tesla eingreifen in (Folge 16). Parallel dazu erleben wir (in Folge 15) in der Zukunftshandlung die beiden menschlichen Wissenschaftler Nathaniel und Arabella und Jack, die irgendein Experiment und irgendeine „Parabiosescheisse “ vorbereiten. Auch hier scheint sich eine Katastrophe (und Erkenntnis für den Hörer?) anzubahnen.

Thematisch wird die Geschichte der ersten drei Folgen des Vierteilers also um Themen gewoben, die jetzt aufgeladen und „bereit“ sind und sich sicher demnächst wieder ereignisreich entladen werden. Ich bin sehr gespannt auf die Folge 17 mit dem  Titel „Die Hölle auf Erden“. Die Apokalypse kann kommen, wir wären dann soweit!

Mehr dazu im Podcast gibt’s BeiZeiten nach dem breiten Release am 30.3.!

Schwarzromantische Grüße,

Torsten

P.S.: So, der Worte sind genug gewechselt, jetzt hörts euch endlich an! Und wenn ihr’s schon gehört habt, dann schreibt hier rein, was ihr davon haltet, damit wieder Schwung in die Bude kommt!

P.P.S.: Offene Diskussion mit Spoiler bitte hier lang: Spoilerforum

 

Froschlurche im März?

sonne16

Update (13.03.): Die offizielle Ankündigung von Maritim/Lausch lautet:

„Die nächste Folge der „schwarzen Sonne“ rückt näher. Am 16.3. kann „Anura“ exklusiv bei iTunes & Apple Music erstmals gehört werden. CD und alle weiteren Portalen folgen am 30.3.
…und darum geht’s:
Winfield Lovecraft erwacht in den tiefen Kellern von „the castle“ und bekommt unerwartet Hilfe von einem jungen Mann, der sich zu dieser Zeit ebenfalls in Chicago aufhält. Die beiden Männer entdecken etwas wahrhaft Furchtbares…Der kleine Nicola Tesla versucht indes vergeblich Anschluss an die dörfliche Schar der Kinder zu bekommen. Eine unbekannte Frau mit einem Perlenohrring nähert sich ihm auf verstörende Weise, bis ein alter Freund Nikolas einschreitet. Wird sich das kleine Genie von diesem bizarren Erlebnis jemals erholen, oder wird die Welt sowieso in einem gigantischen Phasenübergang überschrieben werden?“

… also doch wieder iTunes exklusiv, der Rest folgt wie zuvor zwei Wochen später.


Ich stelle mich schon mal auf die Metamorphose von der unwissenden Kaulquappe zum erleuchteten Unkerich ein – bzw. auf was auch immer uns da mit Amphibien bevorsteht.

 

Frohe Weihnachten!

Liebe Flieger der Sonne, Hörer, Macher, Mischer,  Blogger, Kommentierer, Lemuren und Grenzies: Das BeiZeiten-Team wünscht euch wunderbare Weihnachten und erholsame Tage! Wir bedanken uns für so viele Zuhörer und Mitdenker und freuen uns auf das nächste ereignisreiche Jahr im schwarzen Sonnenschein. Wir hören uns BeiZeiten!

Bei Zeiten bei LAUSCH Weihnachten Kopie

Podcast 15 – Phasenraum

Weiter geht es mit unserem ausufernden Parabiosepodcast zur „Schwarzen Sonne“ Folge 15.  Hören wir eigentlich einen SciFi-Wissenschaftsthriller oder ein okkultes Mysterium?HH Holmes Paper

Die Sonne oszilliert wieder einmal durch den Phasenraum zwischen zwei Extremen hin und her – und verbindet diese nicht nur fantasievoll, sondern wirft ihren langen Schatten (oder besser ihren Schein?) auch auf die zurückliegenden Folgen, so dass uns das ein oder andere Licht am schwarzromantischen Gedankentannenbaum aufgeht.

Wir stellen wieder einmal einige Verbindungen her und verirren uns abschweifend im schwarzen Dickicht aus Quantenfeldern und Totenbüchern.

Darauf erstmal ein Tischfeuerwerk. Viel Spaß damit und Cheers!

Zur Episodenübersicht: Hier

Index zu Begriffen, Orten, Figuren und Phänomenen: Hier

 

Download Podcast 15:  Mp3


Hier noch ein paar Bilder zu zentralen Themen der Folge:

(mehr …)

Phasenraum: Erster Eindruck zur Folge 15 (spoilerfrei)

In Folge 15 der „schwarzen Sonne“ befinden sich die Hauptfiguren fast alle in einer Übergangsphase (und vielleicht sogar auch Günter Merlau). Nur einer fehlt, und der ist wohl im Phasenraum verschollen.

Während das „Nichts und das Alles“ als neues wesentliches Motiv und markantes Gewürz unserer geliebten schwarzen Mysteriensuppe hervorsticht, versuche ich bei diesem kleinen Review (direkt nach mitternächtlichem Ersthören) auch kurz über alles zu berichten und doch nichts zu verraten. sonne15

Folge 15 „Phasenraum“ führt nahtlos die Handlungsstränge aus „Dem Tode nah“ fort und vertieft die Geschicke der der Figuren dieses neu gestarteten Zyklus. Meines Wissens werden die vier bereits angekündigten Folgen (also 14-17) eine Einheit bilden und ihre Binnenhandlung abschließen – und dennoch Puzzleteil des großen Sonnezyklus sein.

Als zweiter von vier Teilen hat man hier selbstverständlich in erster Linie ein Verdichten der in der vorherigen Folge neu eingeführten Handlungsstränge zu erwarten, große Offenbarungen gibt es hier noch nicht. Und genau so ist es: Wir erfahren mehr über Jack L.E. Moores Verstrickungen in Experimente in einer noch unbekannten Zukunft, tauchen in die wesentlichen Erlebnisse in Sarahs Leben vor 2046 ein und erfahren so rückblickend, wie sie zu Aware kam, bekommen einen weiteren wunderschönen Brief von H.P. Lovecraft an Adam zu hören und erfahren auch, wie es mit Tesla und Nathaniel 1992 weitergeht.

Neu dabei ist ein faszinierender Handlungsstrang, der ebenfalls 1992 in Chicago spielt und ein grausames (historisches!) Kapitel auf die Hörbühne bringt. Dabei tauchen zwei bemerkenswerte neue Figuren auf, die ebenfalls historisch verbürgt sind, über die ich hier aber noch nichts verraten will. Dieser neue Handlungsort ist sicher einer der spannendsten Weiterentwicklungen in dieser Folge.

Neben Historischem werden auch wieder altbekannte Sonnemythen serviert und weitergesponnen, das allerdings nur in kryptischen Andeutungen, die natürlich für unseren Podcast demnächst ein gefundenes Fressen sind. Besonders freue ich mich darüber, dass mein Lieblingsmysterium, welches die letzten Folgen über fast vergessen war, wieder mehr ins Zentrum gerückt wird: Welches Geheimnis umgibt Nathaniel?

Insgesamt ist die Folge eher ein Appetitanreger als sättigend (klar: Folge 2/4), da die Erzählung seine Protagonisten in erster Linie in Position bringt und die Fantasie darüber anregt, was da wohl in der nächsten oder übernächsten  Folge (oder jemals?) kommen wird, so wie wir es von der Sonne ja gewohnt sind und schätzen. Dabei hat die Folge viel auf den Tisch gelegt und war wieder einmal ein Genuss. Vor allem auch das Sounddesign, die geschickte Charaktervertiefung und der Wechsel von Spachniveaus in den jeweiligen Zeiten und Milieus – von poetisch zu ungehobelt bis prollig – sowie die wieder wesentlich dichtere musikalische Untermalung sind mir aufgefallen. Klasse, wie man hier musikalisch und sprachlich durch die Zeiten springt. Und auch inhaltlich gibt es wie immer viel zu entdecken.

Fazit: Wieder mal ein großartiges Hörspiel, bei dem mich nur stört, dass es irgendwann aufhört. Ich will weiterhören und vor allem drüber reden, aber da muss ich mich wohl noch zurückhalten bis zum Podcast. Ich freue mich darauf zu hören, was bei Jonas und Samu Phase ist: Den Podcast nehmen wir demnächst auf und veröffentlichen ihn dann um den 14.12., wenn die Folge 15 flächendeckend erscheint.

(Torsten Weis, 1.12.17)

Hinweis:  Kommentare hier bitte spoilerfrei halten!

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